Literaturunterricht und Krise
摘要
Betrachtet man internationale Schulleistungsstudien und Debatten seit dem PISA-Schock 2001, kann man den Deutsch- und noch mehr den Literaturunterricht in einer tiefen Krise vermuten. Abgesehen von besorgniserregenden Leistungsdaten bzgl. der Lesekompetenz gefährden daraus resultierende Forderungen nach mehr Praxisrelevanz und Leseförderung potenziell den Raum, der literarischer Bildung und literarischem Lernen bisher im Deutschunterricht gegeben wurde. Der vorliegende Beitrag führt in den Sammelband ein, skizziert entsprechende Debatten und Hintergründe und argumentiert, dass sowohl anspruchsvolle literarische Texte als auch Freiräume weiterhin im Literaturunterricht gebraucht werden. Überdies werden krisenhafte Phänomene der Welt wie Rassismus, Diskriminierung und die Klimakrise als potenzielle neue Gegenstände des Literaturunterrichts vorgestellt, die verstärkt das Interesse von Schüler*innen wecken könnten.