Künstlertopoi, Schreibnarrative
摘要
Das Kapitel skizziert, welches Bild von Kurzecks Schreiben, seiner Autorperson und seinem literarischen Programm anhand von Interviews entsteht. Es handelt sich nicht bloß um individuelle Schreibpraktiken, wenn Kurzeck sich öffentlich über seinen Schreibprozess äußert, sondern es sind Rekurse auf tradierte und bewährte Annahmen über kreative Prozesse und Künstlerschaft, die auch der eigenen Legendenbildung dienen. Kurzeck zeigt sich als vom furor poeticus besessener, antibürgerlicher Ästhet sowie als ein sich immer mehr von äußeren Zwängen befreiender Schriftsteller. Er beschreibt sich und seinen Romanerzähler als im Begriff, ein einzigartiges literarisches Werk zu schaffen, das in der Tradition eines romantischen Autonomieverständnisses vom ‚absoluten Buch‘ im Sinne einer progressiven Universalpoesie steht, wenn es ‚alles‘ erzählen soll.