Wer gefragt wird, was nicht Heimat sei, wird mutmaßlich zuerst die Fremde als Gegenbild nennen, ein Sammelbegriff für alles Unvertraute, Unbekannte, mit dem ich keine Erfahrungen teile und dem ich mich entsprechend nicht zugehörig fühlen kann. Dennoch kann ich mich dem Fremden annähern, Erfahrungen sammeln, Nähe erleben und somit vielleicht neue Zugehörigkeiten entwickeln. Die Phänomenologie spricht sogar davon, dass unsere Lebenswelt aus Verschränkungen von »Heimwelt« und »Fremdwelt« besteht, die nicht zu trennen sind, ja mehr noch: »Die Verschränkung widersetzt sich jeder Form von Reinheit, sei es die Reinheit einer Rasse, einer Kultur, einer Idee oder die einer Vernunft.«1

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Mehr Heimat als Nation? Nationalmusiken auf dem Prüfstand

  • Christiane Wiesenfeldt

摘要

Wer gefragt wird, was nicht Heimat sei, wird mutmaßlich zuerst die Fremde als Gegenbild nennen, ein Sammelbegriff für alles Unvertraute, Unbekannte, mit dem ich keine Erfahrungen teile und dem ich mich entsprechend nicht zugehörig fühlen kann. Dennoch kann ich mich dem Fremden annähern, Erfahrungen sammeln, Nähe erleben und somit vielleicht neue Zugehörigkeiten entwickeln. Die Phänomenologie spricht sogar davon, dass unsere Lebenswelt aus Verschränkungen von »Heimwelt« und »Fremdwelt« besteht, die nicht zu trennen sind, ja mehr noch: »Die Verschränkung widersetzt sich jeder Form von Reinheit, sei es die Reinheit einer Rasse, einer Kultur, einer Idee oder die einer Vernunft.«1