Die Veröffentlichung des zum Klassiker avancierten Buches The Architect’s Brain: Neuroscience, Creativity and Architecture von Harry Francis Mallgrave (2011) verstärkte das Interesse der Forschung an möglichen Anknüpfungspunkten zwischen Architektur und Neurowissenschaften. In der Folgezeit befassten sich zahlreiche Projekte mit den neurokognitiven Prozessen, die bei der Planung und Konzeption eines Bauwerks und der Umsetzung von Entwürfen in die Praxis von Bedeutung sind (vgl. Arbib 2021). Architektur versteht sich heute als Dialog von Experten, der maßgeblich in schöpferischer Tätigkeit verankert ist und dessen Schwerpunkte sich am Maßstab Mensch und seinen Bedürfnissen orientieren. Für viele bedeutende Architekten von Leonardo da Vinci bis zu Le Corbusier, Louis Kahn, Mies van der Rohe und Walter Gropius war der menschliche Körper Bezugspunkt ihrer Abbildungen und Entwürfe, was u. a. in Vorstellungen der Urhütte von Marc-Antoine Laugier (1755) oder im anthropometrischen Maßsystem Modulor von Le Corbusier (1953) veranschaulicht wurde. Der Architekt nutzt die Prinzipien von Geometrie, Proportionen, Licht und Schatten, um den Menschen anzusprechen, um Gefühle hervorzurufen und zu beeinflussen.

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Die Perspektive des Architekten

  • Irene Daum,
  • Christian Heuchel

摘要

Die Veröffentlichung des zum Klassiker avancierten Buches The Architect’s Brain: Neuroscience, Creativity and Architecture von Harry Francis Mallgrave (2011) verstärkte das Interesse der Forschung an möglichen Anknüpfungspunkten zwischen Architektur und Neurowissenschaften. In der Folgezeit befassten sich zahlreiche Projekte mit den neurokognitiven Prozessen, die bei der Planung und Konzeption eines Bauwerks und der Umsetzung von Entwürfen in die Praxis von Bedeutung sind (vgl. Arbib 2021). Architektur versteht sich heute als Dialog von Experten, der maßgeblich in schöpferischer Tätigkeit verankert ist und dessen Schwerpunkte sich am Maßstab Mensch und seinen Bedürfnissen orientieren. Für viele bedeutende Architekten von Leonardo da Vinci bis zu Le Corbusier, Louis Kahn, Mies van der Rohe und Walter Gropius war der menschliche Körper Bezugspunkt ihrer Abbildungen und Entwürfe, was u. a. in Vorstellungen der Urhütte von Marc-Antoine Laugier (1755) oder im anthropometrischen Maßsystem Modulor von Le Corbusier (1953) veranschaulicht wurde. Der Architekt nutzt die Prinzipien von Geometrie, Proportionen, Licht und Schatten, um den Menschen anzusprechen, um Gefühle hervorzurufen und zu beeinflussen.