Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die ukrainische Literatur eine neue Blüte. Die Reformation und die katholische Gegenreformation forderten das religiöse Bewusstsein der Orthodoxen heraus und brachten eine umfassende polemische Literatur hervor. Die lebendige „einfache Sprache“ (prosta mova, lingua vulgaris) entwickelte sich rasch zur Sprache der Literatur, außerdem schrieb man auf Kirchenslavisch, Lateinisch und Polnisch. Der Weg zur Modernisierung war offen. Neben relativ einfachen Kommentaren zu den Evangelien entstanden literarisch anspruchsvolle Werke in Prosa und Poesie (Meletij Smotryc’kyj, Ivan Vyšens’kyj, Kyrylo Trankvilion Stavrovec’kyj, Kasian Sakovyč). Die religiöse Inspiration dominierte, aber der Einfluss der antiken und humanistischen Rhetorik förderte die Erneuerung der Formen und des Inhalts. Der wichtigste Einfluss kam durch Reformen des Bildungswesens: Der aus der Moldau stammende Petro Mohyla machte 1632 nach jesuitischem Vorbild aus der Bruderschaftsschule in Kyjiv ein modernes Kollegium, in dem der Unterricht auf Latein erfolgte und westeuropäische Bildungsinhalte gelehrt wurden.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Ukrainische Literatur in der polnisch-litauischen Adelsrepublik

  • Giovanna Brogi

摘要

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die ukrainische Literatur eine neue Blüte. Die Reformation und die katholische Gegenreformation forderten das religiöse Bewusstsein der Orthodoxen heraus und brachten eine umfassende polemische Literatur hervor. Die lebendige „einfache Sprache“ (prosta mova, lingua vulgaris) entwickelte sich rasch zur Sprache der Literatur, außerdem schrieb man auf Kirchenslavisch, Lateinisch und Polnisch. Der Weg zur Modernisierung war offen. Neben relativ einfachen Kommentaren zu den Evangelien entstanden literarisch anspruchsvolle Werke in Prosa und Poesie (Meletij Smotryc’kyj, Ivan Vyšens’kyj, Kyrylo Trankvilion Stavrovec’kyj, Kasian Sakovyč). Die religiöse Inspiration dominierte, aber der Einfluss der antiken und humanistischen Rhetorik förderte die Erneuerung der Formen und des Inhalts. Der wichtigste Einfluss kam durch Reformen des Bildungswesens: Der aus der Moldau stammende Petro Mohyla machte 1632 nach jesuitischem Vorbild aus der Bruderschaftsschule in Kyjiv ein modernes Kollegium, in dem der Unterricht auf Latein erfolgte und westeuropäische Bildungsinhalte gelehrt wurden.