Sonnencreme: Fazit zu Nutzen und Risiken und kurzer Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
摘要
Die Sonne hat zahlreiche positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Allerdings kann zu viel Sonne unserer Gesundheit auch schaden. Deshalb hat die Verwendung von Sonnenschutzmitteln im Alltag einen festen Stellenwert, um das Risiko von Sonnenbrand, Hautalterung und Hautkrebs zu verringern. In letzter Zeit wird allerdings vermehrt diskutiert, inwieweit der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln sowohl unserer Gesundheit, als auch der Umwelt, schaden kann. Zu möglichen gesundheitsschädigenden Konsequenzen gehören nicht nur kanzerogene und neurotoxische Wirkungen, sondern auch Störungen des Hormonstoffwechsels. Zu den umweltbelastenden Auswirkungen zählen neben einer Mitverursachung der Korallenbleiche und schädlichen Auswirkungen auf viele Ökosysteme auch die Produktion von erheblichen Mengen an Plastik- und Verpackungsmüll, sowie von Mikroplastik. Nach Ansicht der Zulassungsbehörden und des BfR sind bei Verwendung von in der Europäischen Union erhältlichen Sonnenschutzmitteln nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Allerdings ist die Datenlage nach Einschätzung von mir und von vielen anderen Wissenschaftlern derzeit unzureichend für eine belastbare, endgültige Risikobeurteilung. Und auch das BfR schließt nicht aus, dass Substanzen in Sonnencremes für maritime Lebewesen, wie Korallen, schädlich sind. Weitere, aussagekräftige Studien zur Sicherheit von UV-Filtern und zu ihrer Aufnahme über die menschliche Haut sind deshalb dringend zu fordern. Solange diese nicht vorliegen sollten wenig risikobehaftete Sonnencremes bevorzugt verwendet werden. Bei der Wahl einer Sonnencreme mit möglichst unbelasteten UV-Filtern empfehle ich die Verwendung von Produktcheck-Apps wie „ToxFox“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Industrie sollte weiter daran arbeiten, besser wirksame und verträgliche, sowie umweltfreundlichere Produkte zu entwickeln. Hierzu zählt auch die Entwicklung von besser biologisch abbaubaren Filtersubstanzen, deren Schutzbereich neben dem UV-Spektrum auch Infrarot-Strahlung und sichtbares Licht umfasst. Insgesamt geht der Trend beim Sonnenschutz immer mehr zu individualisierten Empfehlungen im Rahmen einer personalisierten Gesundheitsvorsorge.