Fragment. Zur Programmatik und Praxis frühromantischer Theorie- und Arbeitsform
摘要
Der Beitrag untersucht das Fragment als Arbeits-, Theorie- und Wissensform bei Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg aus praxeologischer Perspektive. Während das, was unter dem Begriff ‚frühromantisches Fragment‘ im Kollektivsingular firmiert, programmatisch von Schlegel konzipiert und als Herausgeber bestimmt wurde, lassen die Vorarbeiten zu Fragmentsammlungen und andere theoretische Schriften in Hardenbergs Nachlass eine Fragmentaristik sui generis erkennen. Argumentiert wird, dass Hardenberg die generative Theorie- und Wissensform des Fragments, die sich nach Schlegel im pluralen Miteinander des Gesprächs chaotisch-willkürlich entfalten sollte, im Hinblick auf Gehalte und Epistemologien verschiedener Wissensgebiete systematisch präfiguriert. Die dazu angewandten Schreibtechniken zielen auf eine Bildung der Wahrnehmungs- und Denkorgane zu einer ökonomisch hochdynamisierten und alle Lebens- und Wissensbereiche verbindenden poiesis des Fragments.