Religion. Apotheosen des Individuellen im Briefwechsel zwischen Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg
摘要
Auf der Grundlage eines systemtheoretischen Religionsbegriffs werden Formen und Funktionen von Religion im Briefwechsel zwischen Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg untersucht. Der Beitrag zeigt, dass Schlegel eine mundan-anthropozentrische und Hardenberg eine gnostisch-theozentrische Form von Religiosität vertritt. In der ersten Phase der Korrespondenz (1793–1798) geht es um die Differenz von Verstand und Glaube, um die Legitimität religiöser Semantiken in profanen Kontexten und um die Wendung der Kunstreligion ins Existentielle. In der zweiten Phase (1798–1799) steht das gemeinsame Bibelprojekt im Zentrum. In ihm trifft eine atheistische Rhetorik der Transzendenz auf eine theosophische Transzendenzgewissheit. Das Bibelprojekt mündet in das Konzept einer neochristlichen Romantik. In der dritten Phase des Briefwechsels (1799–1802) zeichnet sich eine Politisierung romantischer Religiosität und ihre Wendung ins Ästhetische und Private ab.