Verantwortung wird seit langem im Ingenieurwesen diskutiert und ist nicht erst im Zuge der Erfindung von Künstlicher Intelligenz auf die Tagesordnung von Industrie, Politik und Studium gekommen. Nicht alle Erfindungen gelingen in der Weise, wie man sich dies zuvor zurechtgelegt hatte. Das zentrale Anliegen liegt von daher in einer soliden Abschätzung der Technikfolgen. Verantwortung wird im Positionspapier (VDI, 2002) mehrfach benannt. Die erste Pflicht besteht zu Umsicht und Sorgfalt. Hier sind Ingenieur*innen zu Wahrhaftigkeit aufgerufen. Ingenieur*innen können durch ihre Ausbildung umfassenden Sachverstand vorweisen, sie sollen die Folgen für die Gesellschaft realistisch einschätzen. Hierfür brauchen die Ingenieur*innen die entsprechende Ausbildung. Es geht darum, nicht nur die singulären Auswirkungen eines Produktes darzustellen, sondern die Veränderungen in der digitalisierten Gesellschaft zu verstehen. Brauchen wir eine neue Ethik oder kommen wir mit dem zurecht, was uns vorliegt? Der zweite Aspekt der Verantwortung richtet sich auf die Kollegialität und das Arbeitsumfeld. Ingenieur*innen beraten, drittens, auf der Basis der bestehenden Rechte und Normen und sorgen für die stetige Weiterentwicklung. Neuerungen sollen, viertens, vernünftig sein, indem technische Fortschritte dokumentiert werden und fehlerhafter Gebrauch vermieden wird. Strategien zur Lösung werden entwickelt. Besonderer Wert wird auf die berufliche Freiheit gelegt, Situationen, die bloßes Reagieren vorsehen, sollen vermieden werden. Inwiefern im Ingenieurwesen nachhaltig gewirtschaftet werden soll, zeigt der Verweis auf die zukünftigen Generationen, deren Gesundheit und Wohlstand. Gesundheit spielt eine zentrale Rolle in der Gesellschaft. Verboten ist, Produkte zu entwickeln, die international geächtet werden. Das Allgemeine steht über dem Einzelnen. Von daher ist es wichtig, interdisziplinäres Denken frühzeitig in die Lehre des Ingenieurwesens zu integrieren. Die Wissenschaftsethik führt den Diskurs ein, dieser muss intersubjektiv transparent und zielgerichtet sein.

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Verantwortung im Ingenieurwesen und die Technikfolgenabschätzung

  • Monika Gatt

摘要

Verantwortung wird seit langem im Ingenieurwesen diskutiert und ist nicht erst im Zuge der Erfindung von Künstlicher Intelligenz auf die Tagesordnung von Industrie, Politik und Studium gekommen. Nicht alle Erfindungen gelingen in der Weise, wie man sich dies zuvor zurechtgelegt hatte. Das zentrale Anliegen liegt von daher in einer soliden Abschätzung der Technikfolgen. Verantwortung wird im Positionspapier (VDI, 2002) mehrfach benannt. Die erste Pflicht besteht zu Umsicht und Sorgfalt. Hier sind Ingenieur*innen zu Wahrhaftigkeit aufgerufen. Ingenieur*innen können durch ihre Ausbildung umfassenden Sachverstand vorweisen, sie sollen die Folgen für die Gesellschaft realistisch einschätzen. Hierfür brauchen die Ingenieur*innen die entsprechende Ausbildung. Es geht darum, nicht nur die singulären Auswirkungen eines Produktes darzustellen, sondern die Veränderungen in der digitalisierten Gesellschaft zu verstehen. Brauchen wir eine neue Ethik oder kommen wir mit dem zurecht, was uns vorliegt? Der zweite Aspekt der Verantwortung richtet sich auf die Kollegialität und das Arbeitsumfeld. Ingenieur*innen beraten, drittens, auf der Basis der bestehenden Rechte und Normen und sorgen für die stetige Weiterentwicklung. Neuerungen sollen, viertens, vernünftig sein, indem technische Fortschritte dokumentiert werden und fehlerhafter Gebrauch vermieden wird. Strategien zur Lösung werden entwickelt. Besonderer Wert wird auf die berufliche Freiheit gelegt, Situationen, die bloßes Reagieren vorsehen, sollen vermieden werden. Inwiefern im Ingenieurwesen nachhaltig gewirtschaftet werden soll, zeigt der Verweis auf die zukünftigen Generationen, deren Gesundheit und Wohlstand. Gesundheit spielt eine zentrale Rolle in der Gesellschaft. Verboten ist, Produkte zu entwickeln, die international geächtet werden. Das Allgemeine steht über dem Einzelnen. Von daher ist es wichtig, interdisziplinäres Denken frühzeitig in die Lehre des Ingenieurwesens zu integrieren. Die Wissenschaftsethik führt den Diskurs ein, dieser muss intersubjektiv transparent und zielgerichtet sein.