Die heutige menschliche Population beansprucht die Ressourcen von rund zwei Planeten. Darauf beruhende Probleme lassen sich in zwei Aspekte unterteilen: Verwendung fossiler Energie und anderer nicht erneuerbarer Ressourcen und steigende Beeinflussung natürlicher Ökosysteme für anthropogene Zwecke. Nach dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit tragen Umwelt, Soziales und Wirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung bei. Nach dem Mehr-Säulen-Modell bilden Biodiversität und Umwelt das Fundament für die Säulen Ökonomie, Kultur und Soziales. Die Umweltbelastung eines Gutes hängt davon ab, wie viel Energie und andere Ressourcen zu seiner Herstellung verwendet wurden. Diese Investitionen werden in Zusammenhang mit dem Nutzen (Dienstleistung) gesetzt. Bei der Vielfalt der CO2 Emissionsquellen ist es klar, dass es keine einfache, allgemein anwendbare Lösung zur Dekarbonisierung der Wirtschaft geben kann. Der zunehmende Energiebedarf der Industrialisierung wird zu über 80% durch fossile Brennstoffe gedeckt. Alternative Energiequellen sollten klimaneutral und nachhaltig sein. Deutschlands Energiewende stützt sich vorwiegend auf Sonne und Wind. Während der Übergangsperiode zur Eliminierung fossiler Brennstoffe sollten Schäden wegen des Klimawandels möglichst klein gehalten werden durch Schadenverminderung (Mitigation) und Anpassungsmaßnahmen an Klimaveränderungen, die bereits im Gange sind. Der anthropogene Ausstoß von Treibhausgasen und andere Umweltschäden beruhen zu einem großen Teil auf der Kumulation von Milliarden von individuellen Entscheidungen. Die weitaus größte Reduktion aufgrund einer individuellen Entscheidung ergibt sich beim Verzicht auf ein Kind, gefolgt vom Verzicht auf ein Auto und auf Flugreisen. Umweltschutzmaßnahmen sind häufig nicht so wirksam wie erwartet. Zum Teil hängt das mit dem Rebound-Effekt (moralische Lizenzierung) zusammen. Grundsätzlich verschiedene Aktivitäten werden oft miteinander verrechnet. Wenn man sich umweltbewusst nur vegetarisch ernährt, fühlt man sich möglicherweise berechtigt, ein größeres Auto zu kaufen. Die wachsende menschliche Beanspruchung natürlicher Ressourcen bedroht die existierende Biodiversität. Um möglichst viele gefährdete Arten und ihre Interaktionen zu erhalten, muss Artenschutz auf der Stufe von Biotopen oder Ökosystemen ansetzen. Die konventionelle industrielle Produktion wird als Linearwirtschaft oder Wegwerfwirtschaft bezeichnet. Dabei wird der größte Teil der verwendeten Rohstoffe nach der abgelaufenen Nutzung des Produkts deponiert oder verbrannt. Die Kreislaufwirtschaft strebt ein regeneratives System an. Ressourcenverbrauch (Material und Energie) sowie Abfallproduktion und Emissionen werden minimiert. Unter Naturschutz versteht man Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Struktur und Funktionen natürlicher Ökosysteme. Bei Naturschutz liegt die Betonung eher auf Schutz der Natur vor dem Menschen, während der Umweltschutz die natürliche Umwelt für den Menschen bewahren will. Die spezifische Kombination von Arten und Genen in jedem beliebigen Gebiet sind einzigartig, die fundamentalen biologischen Mechanismen und das Spektrum der ökologischen Beziehungen bleiben jedoch konstant. Im Idealfall führt Renaturierung zur „korrekten“ Biodiversität, mit den ursprünglichen ökologischen Interaktionen und Dienstleistungen. Ein solches Ziel ist nur in Ausnahmefällen annähernd erreichbar. Oft müssen wir zwischen Alternativen auswählen, die alle in Isolation betrachtet wünschenswert sind, sich aber gegenseitig ausschließen. Arten und Ökosysteme halten sich nicht an Grenzen. Effektiver Naturschutz und nachhaltige Nutzung von Ressourcen bedingen deshalb oft Verhandlungen und Abmachungen zwischen mehreren Staaten.

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Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit – was wir tun müssen

  • Felix Bärlocher

摘要

Die heutige menschliche Population beansprucht die Ressourcen von rund zwei Planeten. Darauf beruhende Probleme lassen sich in zwei Aspekte unterteilen: Verwendung fossiler Energie und anderer nicht erneuerbarer Ressourcen und steigende Beeinflussung natürlicher Ökosysteme für anthropogene Zwecke. Nach dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit tragen Umwelt, Soziales und Wirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung bei. Nach dem Mehr-Säulen-Modell bilden Biodiversität und Umwelt das Fundament für die Säulen Ökonomie, Kultur und Soziales. Die Umweltbelastung eines Gutes hängt davon ab, wie viel Energie und andere Ressourcen zu seiner Herstellung verwendet wurden. Diese Investitionen werden in Zusammenhang mit dem Nutzen (Dienstleistung) gesetzt. Bei der Vielfalt der CO2 Emissionsquellen ist es klar, dass es keine einfache, allgemein anwendbare Lösung zur Dekarbonisierung der Wirtschaft geben kann. Der zunehmende Energiebedarf der Industrialisierung wird zu über 80% durch fossile Brennstoffe gedeckt. Alternative Energiequellen sollten klimaneutral und nachhaltig sein. Deutschlands Energiewende stützt sich vorwiegend auf Sonne und Wind. Während der Übergangsperiode zur Eliminierung fossiler Brennstoffe sollten Schäden wegen des Klimawandels möglichst klein gehalten werden durch Schadenverminderung (Mitigation) und Anpassungsmaßnahmen an Klimaveränderungen, die bereits im Gange sind. Der anthropogene Ausstoß von Treibhausgasen und andere Umweltschäden beruhen zu einem großen Teil auf der Kumulation von Milliarden von individuellen Entscheidungen. Die weitaus größte Reduktion aufgrund einer individuellen Entscheidung ergibt sich beim Verzicht auf ein Kind, gefolgt vom Verzicht auf ein Auto und auf Flugreisen. Umweltschutzmaßnahmen sind häufig nicht so wirksam wie erwartet. Zum Teil hängt das mit dem Rebound-Effekt (moralische Lizenzierung) zusammen. Grundsätzlich verschiedene Aktivitäten werden oft miteinander verrechnet. Wenn man sich umweltbewusst nur vegetarisch ernährt, fühlt man sich möglicherweise berechtigt, ein größeres Auto zu kaufen. Die wachsende menschliche Beanspruchung natürlicher Ressourcen bedroht die existierende Biodiversität. Um möglichst viele gefährdete Arten und ihre Interaktionen zu erhalten, muss Artenschutz auf der Stufe von Biotopen oder Ökosystemen ansetzen. Die konventionelle industrielle Produktion wird als Linearwirtschaft oder Wegwerfwirtschaft bezeichnet. Dabei wird der größte Teil der verwendeten Rohstoffe nach der abgelaufenen Nutzung des Produkts deponiert oder verbrannt. Die Kreislaufwirtschaft strebt ein regeneratives System an. Ressourcenverbrauch (Material und Energie) sowie Abfallproduktion und Emissionen werden minimiert. Unter Naturschutz versteht man Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Struktur und Funktionen natürlicher Ökosysteme. Bei Naturschutz liegt die Betonung eher auf Schutz der Natur vor dem Menschen, während der Umweltschutz die natürliche Umwelt für den Menschen bewahren will. Die spezifische Kombination von Arten und Genen in jedem beliebigen Gebiet sind einzigartig, die fundamentalen biologischen Mechanismen und das Spektrum der ökologischen Beziehungen bleiben jedoch konstant. Im Idealfall führt Renaturierung zur „korrekten“ Biodiversität, mit den ursprünglichen ökologischen Interaktionen und Dienstleistungen. Ein solches Ziel ist nur in Ausnahmefällen annähernd erreichbar. Oft müssen wir zwischen Alternativen auswählen, die alle in Isolation betrachtet wünschenswert sind, sich aber gegenseitig ausschließen. Arten und Ökosysteme halten sich nicht an Grenzen. Effektiver Naturschutz und nachhaltige Nutzung von Ressourcen bedingen deshalb oft Verhandlungen und Abmachungen zwischen mehreren Staaten.