Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren sind essenzielle Bestandteile der Ökosysteme. Ein besonders vielgestaltiges Beziehungsgefüge hat sich seit mehr als 140 Millionen Jahren zwischen Blütenpflanzen und ihren Bestäubern entwickelt. Unter stetem Selektionsdruck und Coevolution entstand eine große morphologische und physiologisch-biochemische Diversität der Blüten. Größe, Form und Farbe entfalten eine besondere Attraktivität. Blüten als Träger von Pollen und Nektar sind für den Bestäuber primär als Nahrungsquelle interessant. In Körperbau und Sensorik haben sich die Tiere an die Pflanzen angepasst.- Carnivorie hat  sich in Angiospermen polyphyletisch entwickelt und unterschiedliche Fangtechniken und Fangapparate hervorgebracht, um Insekten mittels Abbau durch Exoenzyme für die Ernährung zu nutzen.- Interaktionen von Ameisen und Termiten mit Pflanzen sind für die Ökologie der Lebensräume von wesentlicher Bedeutung. Staatenbildende Arten kultivieren Pilze zu ihrer Ernährung. - Zur Bewältigung von Stress durch Herbivoren stehen Pflanzen verschiedene konstitutive und induzierte Resistenzstrategien zur Verfügung. Morphologische  und chemische Diversität führten zu coevolutionärer Adaptation. - In einer speziellen mutualistischen Beziehung können  Tiere auch mit Algen und Cyanobakterien zusammenleben. Ein Beispiel dafür sind riffbildende Korallenpolypen, die die photosynthetische Aktivität ihrer Endosymbionten (einzellige Algen und Cyanobakterien) für den eigenen Stoffwechsel nutzen.

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Pflanze-Tier- Wechselbeziehungen

  • Gerd-Joachim Krauß

摘要

Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tieren sind essenzielle Bestandteile der Ökosysteme. Ein besonders vielgestaltiges Beziehungsgefüge hat sich seit mehr als 140 Millionen Jahren zwischen Blütenpflanzen und ihren Bestäubern entwickelt. Unter stetem Selektionsdruck und Coevolution entstand eine große morphologische und physiologisch-biochemische Diversität der Blüten. Größe, Form und Farbe entfalten eine besondere Attraktivität. Blüten als Träger von Pollen und Nektar sind für den Bestäuber primär als Nahrungsquelle interessant. In Körperbau und Sensorik haben sich die Tiere an die Pflanzen angepasst.- Carnivorie hat  sich in Angiospermen polyphyletisch entwickelt und unterschiedliche Fangtechniken und Fangapparate hervorgebracht, um Insekten mittels Abbau durch Exoenzyme für die Ernährung zu nutzen.- Interaktionen von Ameisen und Termiten mit Pflanzen sind für die Ökologie der Lebensräume von wesentlicher Bedeutung. Staatenbildende Arten kultivieren Pilze zu ihrer Ernährung. - Zur Bewältigung von Stress durch Herbivoren stehen Pflanzen verschiedene konstitutive und induzierte Resistenzstrategien zur Verfügung. Morphologische  und chemische Diversität führten zu coevolutionärer Adaptation. - In einer speziellen mutualistischen Beziehung können  Tiere auch mit Algen und Cyanobakterien zusammenleben. Ein Beispiel dafür sind riffbildende Korallenpolypen, die die photosynthetische Aktivität ihrer Endosymbionten (einzellige Algen und Cyanobakterien) für den eigenen Stoffwechsel nutzen.