Spiel: Grundlagen, Entwicklungspsychologie und Spiel als Medium in der Psychotherapie
摘要
In der Spieltherapie machen wir uns eine grundlegende menschliche Fähigkeit zunutze, die Kinder meisterhaft beherrschen: das Spielen. Die Fähigkeit zu spielen haben Menschen gemein mit anderen Tieren, die ebenfalls mit unfertigen und somit lernfähigen Gehirnen geboren werden (Hüther & Quarch, 2016). Durch das beständige spielerische Ausprobieren von neuen Funktionen und der spielerischen Interaktion mit der Umwelt lernt das Kind in den ersten Lebensjahren in einer rasanten Schnelligkeit Motorik, Sprache, soziale Fähigkeiten und Selbstkompetenzen. Bausteine aufeinander stapeln, Puppen verarzten oder der Wettlauf zur Rutsche sind nur einige Spielbeispiele, die verdeutlichen, dass das jeweilige Spiel eine breite Erfahrungswelt beinhaltet. Mit diesen Erfahrungen lernen Kinder Neues über sich, über andere und über die physische, soziale und kulturelle Umwelt. Aufgrund der hohen Plastizität des kindlichen Gehirns in dieser Lebensphase, können sich neuronale Verbindungen in Abhängigkeit von den Erfahrungen (im Sand laufen ist schwierig, Bausteine brauchen einen ebenen Untergrund, wenn ich den Teddy meiner Schwester aus der Hand reiße, weint sie und meine Eltern greifen ein usw.), verstärken und andere neuronale Verbindungen, die nicht benötigt werden, abgeschwächt (Goldenberg, 2016) werden. Im Spiel probieren Kinder neue Dinge nach dem Trial-and-error-Prinzip aus und erleben durch Rückmeldung, ob etwas funktioniert oder nicht. Durch ständige Wiederholungen lernt das Kind die Umwelt besser kennen und erkennt die Möglichkeiten und Grenzen seines Handelns (Verstehensfunktion). Im Spiel verarbeitet das Kind erlebte Ereignisse (Verarbeitungsfunktion) und übt Kompetenzen, die außerhalb des Spiels noch schwierig umzusetzen sind (übende Funktion).