Für Roland Barthes ist jedes alimentäre Objekt ein mehrschichtig gewobenes, semiologisches Zeichen und ein Signifikant in einem Kommunikationssystem. Neben der theoretischen Schrift Für eine Psycho-Soziologie der zeitgenössischen Ernährung von 1961 finden sich in seinem Werk Analysen zum Essen in Mythen des Alltags: dort mit Bezug auf Grundnahrungsmittel in Frankreich wie Beefsteak und Wein sowie in den 1960er-Jahren bezüglich der Werbung mit Lebensmitteln v. a. in Rhetorik des Bildes. Alimentäre Erlebnisse in Japan, die seine Betrachtungen über die westliche Esskultur relativieren, finden sich in Das Reich der Zeichen. Daneben behandelt Barthes das Thema des Essens aus einer breiten Perspektive, d. h. von den Versuchen, die Gastrosophie und die Ästhetik von de Sade, Fourier und Brillat-Saviran zu enthüllen, bis hin zur Analyse der Gemälde von Arcimboldo. In seiner Vorlesung Wie zusammen leben beschäftigen ihn darüber hinaus Fragen der Tischgemeinschaft und der Nahrungstabus. Barthes hinterfragt immer wieder die Problematik der wörtlichen Darstellung von Nahrung sowie des enzyklopädischen Umfangs dieses Themas.

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Essen

  • Kikuko Kashiwagi-Wetzel

摘要

Für Roland Barthes ist jedes alimentäre Objekt ein mehrschichtig gewobenes, semiologisches Zeichen und ein Signifikant in einem Kommunikationssystem. Neben der theoretischen Schrift Für eine Psycho-Soziologie der zeitgenössischen Ernährung von 1961 finden sich in seinem Werk Analysen zum Essen in Mythen des Alltags: dort mit Bezug auf Grundnahrungsmittel in Frankreich wie Beefsteak und Wein sowie in den 1960er-Jahren bezüglich der Werbung mit Lebensmitteln v. a. in Rhetorik des Bildes. Alimentäre Erlebnisse in Japan, die seine Betrachtungen über die westliche Esskultur relativieren, finden sich in Das Reich der Zeichen. Daneben behandelt Barthes das Thema des Essens aus einer breiten Perspektive, d. h. von den Versuchen, die Gastrosophie und die Ästhetik von de Sade, Fourier und Brillat-Saviran zu enthüllen, bis hin zur Analyse der Gemälde von Arcimboldo. In seiner Vorlesung Wie zusammen leben beschäftigen ihn darüber hinaus Fragen der Tischgemeinschaft und der Nahrungstabus. Barthes hinterfragt immer wieder die Problematik der wörtlichen Darstellung von Nahrung sowie des enzyklopädischen Umfangs dieses Themas.