„Der Tod des Autors“ aus dem Jahr 1967 ist einer der bekanntesten und meistzitierten Texte Barthes’. Der Essay, mit seinem fanfarenhaften, an Nietzsches Diktum „Gott ist todt!“ gemahnenden Titel, hat einen deutlich kulturrevolutionären und beinahe polemischen Duktus. Bei genauer Lektüre erweist er sich allerdings auch als der Text, in dem Barthes’ intensives Arbeiten Ende der 1960er-Jahre an den Konzepten ‚Lektüre‘, ‚Autor‘ und ‚Werk‘, sowie wesentliche Theoreme des zeitgenössischen (Post-)Strukturalismus eine besondere Verdichtung erfahren. Im Fokus steht die Absetzung des literarischen Autors als dominant sinnstiftende Instanz, die die Bedeutung eines Textes maßgeblich bestimmt, zugunsten einer Aufwertung des Rezeptionsaktes durch die Leser:innen bei gleichzeitiger Vervielfältigung der Bedeutungen.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Der Tod des Autors (La mort de l’auteur)

  • Anne-Kathrin Reulecke

摘要

„Der Tod des Autors“ aus dem Jahr 1967 ist einer der bekanntesten und meistzitierten Texte Barthes’. Der Essay, mit seinem fanfarenhaften, an Nietzsches Diktum „Gott ist todt!“ gemahnenden Titel, hat einen deutlich kulturrevolutionären und beinahe polemischen Duktus. Bei genauer Lektüre erweist er sich allerdings auch als der Text, in dem Barthes’ intensives Arbeiten Ende der 1960er-Jahre an den Konzepten ‚Lektüre‘, ‚Autor‘ und ‚Werk‘, sowie wesentliche Theoreme des zeitgenössischen (Post-)Strukturalismus eine besondere Verdichtung erfahren. Im Fokus steht die Absetzung des literarischen Autors als dominant sinnstiftende Instanz, die die Bedeutung eines Textes maßgeblich bestimmt, zugunsten einer Aufwertung des Rezeptionsaktes durch die Leser:innen bei gleichzeitiger Vervielfältigung der Bedeutungen.