Sade, Fourier, Loyola steht werkchronologisch zwischen den jeweils 1970 veröffentlichten Büchern S/Z und Das Reich der Zeichen sowie Die Lust am Text aus dem Jahr 1973. Der Band, der 1971 in Barthes’ Hausverlag Éditions du Seuil erscheint, 1974 ins Deutsche und 1976 ins Englische übersetzt wird, gehört damit der späten, poststrukturalistischen Phase von Barthes’ Schaffen an. Er weist eine explizitere Hinwendung zu persönlichen Themen auf. Nur scheinbar paradox ist, dass die Beschäftigung gerade mit Sade und Fourier zugleich auf den politischen Kontext des Mai 1968 zurückgeführt werden kann. Barthes wollte erklärtermaßen ein utopisches Potential an Lust freisetzen, ein Ziel, das Intimes und Politisches zusammenbringt. In dieser Hinsicht kann sein Buch als einer der großen Texte zu 1968 verstanden werden – in Verbindung mit und in Opposition zur politischen Protestbewegung.

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Sade, Fourier, Loyola (Sade, Fourier, Loyola)

  • Niklas Bender

摘要

Sade, Fourier, Loyola steht werkchronologisch zwischen den jeweils 1970 veröffentlichten Büchern S/Z und Das Reich der Zeichen sowie Die Lust am Text aus dem Jahr 1973. Der Band, der 1971 in Barthes’ Hausverlag Éditions du Seuil erscheint, 1974 ins Deutsche und 1976 ins Englische übersetzt wird, gehört damit der späten, poststrukturalistischen Phase von Barthes’ Schaffen an. Er weist eine explizitere Hinwendung zu persönlichen Themen auf. Nur scheinbar paradox ist, dass die Beschäftigung gerade mit Sade und Fourier zugleich auf den politischen Kontext des Mai 1968 zurückgeführt werden kann. Barthes wollte erklärtermaßen ein utopisches Potential an Lust freisetzen, ein Ziel, das Intimes und Politisches zusammenbringt. In dieser Hinsicht kann sein Buch als einer der großen Texte zu 1968 verstanden werden – in Verbindung mit und in Opposition zur politischen Protestbewegung.