Ereignis und Prozess. Kierkegaard über die Zeitlichkeit der Existenz und ihre Geschichte als Freiheit in der Zeit
摘要
Die Frage nach den Voraussetzungsbedingungen von Freiheit in der Zeit und als Geschichte ist es, die sich im Rahmen der Endlichkeit und Zeitlichkeit für die Vernunft stellt. Einem solchen Nachdenken von Zeitlichkeit als einer Freiheit in der Zeit und einer Wirklichkeit in der Geschichte war der Denkversuch Søren Kierkegaards verpflichtet. Für ihn ist entscheidend, dass Wirklichkeit als Wirklichkeit der Freiheit zeittheoretisch zu begründen ist. Dabei erfordert die prozessuale und zugleich ereignishafte Wirklichkeit zu ihrem Verständnis einen doppelten Zeitbegriff, den der Zeit als physikalischer Sukzession, sowie den einer Zeit als kontinuitätsstiftender Zeitlichkeit. Mittels des doppelten Zeitbegriffs kann Kierkegaard die menschliche Freiheit in ihrer Paradoxalität in die Wirklichkeit einzeichnen. Diese verweist auf die uneingelöste Spannung zwischen Freiheit und ihrem Grund, bzw. ihrer Grundlosigkeit. Die Argumentation und Veranschaulichung dieses Sachverhalts der Freiheit verläuft bei Kierkegaard in streng rationalen Bahnen, auch und gerade, wenn der Grund als Grund der Freiheit transzendent bleibt und nicht rational einholbar ist. Die Analyse von Kierkegaards Verständnis der Zeit als Zeitlichkeit bahnt insofern der Weg für eine metaphysikkritische Auffassung der Wirklichkeit als einer Wirklichkeit der Freiheit.