Der vorliegende Text fußt methodologisch auf einer Selbstunterscheidung des theologischen vom philosophischen Denken: Der Theologe fragt nach dem ‚in Wahrheit Christlichen‘, während der Philosoph (hier: als Religionsphilosoph) das als in Wahrheit christlich Erkannte einer Wahrheits- und/ oder Rationalitätsprüfung unterzieht – als solcher freilich selber theologisch kompetent sein muss. Eine dementsprechend doppelt profilierte Darstellung und Taxierung von Kierkegaards Theorie des christlichen und/ oder religiösen Glaubens ergibt dann, thesenhaft abgekürzt, folgende Resultate: (1) Kierkegaard beansprucht, als religiöser Schriftsteller und weder als Theologe noch als Religionsphilosoph zu argumentieren. (2) Seine (auch und unter anderem: pseudonymen) Überlegungen zur Möglichkeit, Genese und Rationalität des christlichen und/ oder religiösen Glaubens können gleichwohl nicht nur als theologisch – genauer: protestantisch-theologisch – relevant, sondern in dieser Perspektive auch als sachgemäß, d. h. als Ausdruck eines in Wahrheit Christlichen betrachtet werden. (3) Religionsphilosophisch erscheinen seine einschlägigen Texte gleichfalls relevant; sie geben überdies Mittel für eine genuin pragmatistische Rechtfertigung der Rationalität des religiösen Glaubens an die Hand, die Kierkegaard selbst allerdings entweder nicht sieht oder auf allenfalls verklausulierte und unklare Weise mitteilt.

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Das wahrhaft Christliche und die Wahrheit des Christentums. Kierkegaard über Möglichkeit und Rationalität des Glaubens

  • Heiko Schulz

摘要

Der vorliegende Text fußt methodologisch auf einer Selbstunterscheidung des theologischen vom philosophischen Denken: Der Theologe fragt nach dem ‚in Wahrheit Christlichen‘, während der Philosoph (hier: als Religionsphilosoph) das als in Wahrheit christlich Erkannte einer Wahrheits- und/ oder Rationalitätsprüfung unterzieht – als solcher freilich selber theologisch kompetent sein muss. Eine dementsprechend doppelt profilierte Darstellung und Taxierung von Kierkegaards Theorie des christlichen und/ oder religiösen Glaubens ergibt dann, thesenhaft abgekürzt, folgende Resultate: (1) Kierkegaard beansprucht, als religiöser Schriftsteller und weder als Theologe noch als Religionsphilosoph zu argumentieren. (2) Seine (auch und unter anderem: pseudonymen) Überlegungen zur Möglichkeit, Genese und Rationalität des christlichen und/ oder religiösen Glaubens können gleichwohl nicht nur als theologisch – genauer: protestantisch-theologisch – relevant, sondern in dieser Perspektive auch als sachgemäß, d. h. als Ausdruck eines in Wahrheit Christlichen betrachtet werden. (3) Religionsphilosophisch erscheinen seine einschlägigen Texte gleichfalls relevant; sie geben überdies Mittel für eine genuin pragmatistische Rechtfertigung der Rationalität des religiösen Glaubens an die Hand, die Kierkegaard selbst allerdings entweder nicht sieht oder auf allenfalls verklausulierte und unklare Weise mitteilt.