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Klinische Registererhebungen und Studien zur Eingriffshäufigkeit im Vergleich

  • Viktorija Pède,
  • Eike Sebastian Debus,
  • Reinhart T. Grundmann

摘要

Bereits im Jahr 1999 hatten Fisher und Welsh (1999) auf das enorme Wachstum des Gesundheitsmarktes aufmerksam gemacht und gefragt, ob tatsächlich „mehr“ gleichzusetzen sei mit „besser“. Sie beschrieben das Gesetz der „diminishing returns“. So führt beispielsweise ein mehr an Diagnostik auch zu einem mehr an Pseudodiagnosen – Krankheiten, die bei einem Patienten während seines Lebens nie in Erscheinung getreten und damit behandelt worden wären, wenn sie nicht diagnostiziert worden wären. Ein mehr an Behandlungsaufwand und Kosten kann dann eher schädlich als nützlich sein, v. a., wenn die Risiken eines Eingriffs die Risiken des natürlichen Verlaufs übersteigen. Unter diesem Aspekt sind auch die Eingriffszahlen in Deutschland zu sehen, die bei den hier ausgewählten Diagnosen der Häufigkeit nach weltweit einen Spitzenplatz einnehmen, mit entsprechend hohen Kosten, ohne dass die Lebenserwartung der Bevölkerung in der OECD-Statistik in gleicher Weise herausgehoben ist. Dies führt zu der Frage der „unnötigen Operationen“, die sich nur schwer beantworten lässt, solange konservative und operative Behandlung gleichermaßen evidenzbasiert ihre Berechtigung haben oder es keine eindeutige Evidenz für oder gegen das eine oder andere Vorgehen gibt, – die weit häufigere Situation. Beispiele für unsichere Operations- und Interventionsindikationen seien im Folgenden anhand einer Literaturrecherche in der PubMed-Datenbank analysiert.