Sämtliche Ökosysteme können nur dadurch funktionieren, dass am Beginn einer Nahrungskette jeweils ein Primärproduzent steht, von dem die nachgeschalteten Konsumenten (Sekundärproduzenten) unmittelbar oder mittelbar abhängen, weil sie die vorproduzierte Biomasse nutzen müssen. Dieses an sich recht übersichtliche Organigramm weist den grünen Pflanzen (oder anderen photosynthetisch aktiven Lebewesen) damit eine klare, aber auch etwas undankbare Rolle zu: Sie liefern durchaus verlustreich das Futter für alle tierischen und sonstigen Mitglieder einer Lebensgemeinschaft, von der blattschreddernden Raupe bis zum wiederkäuenden Rind. Auch vor den Blüten machen die hungrigen Mäuler keineswegs Halt. „Wenn das Schaf die Blume frisst, ist das für ihn, als ob ganz plötzlich alle Sterne verlöschen“, stellt Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944) in Der kleine Prinz (1943) betrübt fest. Es geht jedoch auch deutlich weniger dramatisch: Insekten nutzen die besuchten Blüten bewundernswert nachhaltig als Nahrungsquelle und berauben die Pflanzen keineswegs ihrer Reproduktionseinrichtungen.

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Folgenreiche Freundschaft

  • Bruno P. Kremer

摘要

Sämtliche Ökosysteme können nur dadurch funktionieren, dass am Beginn einer Nahrungskette jeweils ein Primärproduzent steht, von dem die nachgeschalteten Konsumenten (Sekundärproduzenten) unmittelbar oder mittelbar abhängen, weil sie die vorproduzierte Biomasse nutzen müssen. Dieses an sich recht übersichtliche Organigramm weist den grünen Pflanzen (oder anderen photosynthetisch aktiven Lebewesen) damit eine klare, aber auch etwas undankbare Rolle zu: Sie liefern durchaus verlustreich das Futter für alle tierischen und sonstigen Mitglieder einer Lebensgemeinschaft, von der blattschreddernden Raupe bis zum wiederkäuenden Rind. Auch vor den Blüten machen die hungrigen Mäuler keineswegs Halt. „Wenn das Schaf die Blume frisst, ist das für ihn, als ob ganz plötzlich alle Sterne verlöschen“, stellt Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944) in Der kleine Prinz (1943) betrübt fest. Es geht jedoch auch deutlich weniger dramatisch: Insekten nutzen die besuchten Blüten bewundernswert nachhaltig als Nahrungsquelle und berauben die Pflanzen keineswegs ihrer Reproduktionseinrichtungen.