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Radio und Schizoaktivismus

  • Ferdinand Klüsener

摘要

Seit seiner Erfindung ist das Radio ein Medium, in dem sich Kunst und Aktivismus verketten. Diese Konstellation zeigt sich immer wieder anders, exemplarisch in der künstlerischen Praxis der historischen Avantgarden, im Radiolehrstück von Bertolt Brecht (1898–1956), in Clement Greenbergs (1903–1994) Radiovorträgen, im Radiodenken von Frantz Fanon (1925–1961), in Ulrike Meinhofs (1934–1976) Radiofeatures und in der Radiotheorie der Schizoanalyse. Dabei bedeutet die Schizoanalyse eine grundlegende Rekonfiguration künstlerischen und politischen Handelns nach 1968, mit der das Schizoradio einhergeht. Nachdem zuvor die entsprechende Radiotheorie der Schizoanalyse skizziert worden ist, geht es nun also um die spezifische Qualität ihrer Aktivismen. Konkret eingebettet werden diese in die revolutionären Narrative des Langen Zwanzigsten Jahrhunderts. Die Darstellung im Rahmen des Kapitels gliedert sich dazu in drei Denkbewegungen: Zuerst werden Konzepte aus dem Diskurs zu den politischen Bewegungen, die im Schizodiskurs immer wieder zur Sprache kommen, geklärt. Dann gilt es, die unterschiedlichen Tendenzen des Schizo(radio)aktivismus aufzufächern. In welcher Form treten sie zutage? Wie unterscheiden sie sich? Und in welchen Etappen lassen sie sich in ein historisches Narrativ gruppieren? In einer dritten Denkbewegung geht es dann um Félix Guattaris (1930–1992) Überlegungen zum ästhetischen Paradigma. Situiert wird es im Hinblick auf das Schizoradio. Das Kapitel schließt mit einem Exkurs, in dem die Kritik, die Gayatri Chakravorty Spivak (*1942) gegenüber der Schizoanalyse vorträgt, in Bezug zum Schizoradio diskutiert wird.