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Einleitung

  • Ferdinand Klüsener

摘要

Spätestens in den 1990er Jahren werden subversive Konzeptionen des Ästhetischen diskursprägend. Deutlich wird hieran ein bestimmtes Verhältnis zu revolutionären Praxen, welche aus den politischen und ästhetischen Ansprüchen der historischen Avantgardebewegungen entwickelt werden können, deren revolutionär politischer Anspruch aufgegeben, oder zumindest rekalibriert wird. Ein zentraler Akteur für eine solche Anordnung ist Félix Guattari (1930–1992). In seinem Buch Chaosmose (1992) postuliert er ein ästhetisches Paradigma. Dieses kann zunächst im Kontext seiner therapeutischen Tätigkeit in der experimentellen psychiatrischen Privatklinik La Borde gesehen werden, zeigt sich aber auch anhand seines Medienaktivismus bei Radio Tomate (1981–1983) und beeinflusst in dieser Form zudem, wie der Radiokünstler und Kritiker Tetsuo Kogawa (*1941) argumentiert, die Werke, die Guattari gemeinsam mit dem Philosophen Gilles Deleuze (1925–1995) verfasst. Entsprechend bestimmen sich insbesondere im therapeutischen und radiophonen Aktivismus zentrale Motive eines solchen Ästhetischen. Es ist eine Anordnung, die Kogawa bereits in den 1980er Jahren – im Rekurs auf Herbert Marcuse (1898–1979) – im Kontext seines kritisch phänomenologischen Diskurses aufgreift, und auf deren Grundlage postuliert werden kann, dass sich die Radiokunst, wie keine andere Kunstform dafür eignet, um über den avantgardistischen Diskurs und die avantgardistische Praxis des Langen Zwanzigsten Jahrhunderts als ästhetische Subversion nachzudenken.4