Endspiele – Wagner und die russische Kunstavantgarde vor dem 1. Weltkrieg
摘要
Als eines der herausragenden Ereignisse im Petersburger Musikleben jener Zeit ist die Inszenierung von Wagners „Tristan und Isolde“ im Jahre 1909 durch Wsewolod Meyerhold am Petersburger Mariinski Theater anzusehen (Abb. 9.2, 9.3 und 9.4). Es war die Zeit des Höhepunkts des Wagner-Booms in Russland, wo beispielsweise in Petersburg Wagner-Aufführungen bis zu 20 Prozent des Gesamtrepertoires ausmachten, deutlich mehr als etwa Werke russischer und auch populärer italienischer oder französischer Komponisten. Wladimir Teljakowski, der risikofreudige und auf Neuerungen bedachte Direktor der kaiserlichen Operntheater, holte den jungen Regisseur Meyerhold an sein Theater und beauftragte ihn, das Wagnersche Werk in einer neuen Einstudierung zu präsentieren. Ausführlich haben über dieses wichtige Kapitel in der künstlerischen Biografie Meyerholds u. a. Nikolai Wolkow und in jüngerer Zeit Abram Gosenpud sowie Rosamund Bartlett geschrieben.