Der Geschmackssinn ist ein chemischer Nahsinn, der es Lebewesen ermöglicht, essbare von ungenießbarer Nahrung zu unterscheiden. Grundsätzlich werden die fünf Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und umami unterschieden. Die Signaltransduktion erfolgt in Geschmackszellen auf der dorsalen Oberfläche der Zunge. Es gibt drei Haupttypen von Geschmackszellen: Die häufigsten Typ-I-Zellen exprimieren ein ATP-abbauendes Enzym, sind aber wahrscheinlich nicht direkt an der Signaltransduktion beteiligt. Typ-II-Zellen besitzen Rezeptoren für die Geschmacksqualitäten süß, bitter und umami. Jede Zelle exprimiert dabei nur einen spezifischen Geschmacksrezeptor. Typ-III-Zellen sind vor allem auf die Detektion von sauren Substanzen spezialisiert. Die Geschmackszellen sind in sogenannten Geschmacksknospen angeordnet, die jeweils alle drei Zelltypen enthalten. Bei der Signalübertragung für die Geschmäcker süß, bitter und umami kommen verschiedene G-Protein-gekoppelte Rezeptoren zum Einsatz, die die gleiche intrazelluläre Signalkaskade aktivieren. Bei der Detektion von saurem Geschmack hingegen diffundieren Protonen durch OTOP1-Kanäle in die Geschmackszelle, was zu einer Depolarisation der Zellmembran führt. Die Verarbeitung von salzigem Geschmack hängt von der Konzentration des Salzes ab. Niedrige Konzentrationen werden durch amiloridsensitive ENaC-Kanäle vermittelt, während hohe Konzentrationen eine aversive Verhaltensreaktion hervorrufen, die vor allem durch Chloridionen ausgelöst wird. An der Verarbeitung von Geschmacksinformationen sind fünf Neurotransmitter beteiligt, die auf komplexe Weise miteinander interagieren.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Geschmack

  • Andreas Feigenspan

摘要

Der Geschmackssinn ist ein chemischer Nahsinn, der es Lebewesen ermöglicht, essbare von ungenießbarer Nahrung zu unterscheiden. Grundsätzlich werden die fünf Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und umami unterschieden. Die Signaltransduktion erfolgt in Geschmackszellen auf der dorsalen Oberfläche der Zunge. Es gibt drei Haupttypen von Geschmackszellen: Die häufigsten Typ-I-Zellen exprimieren ein ATP-abbauendes Enzym, sind aber wahrscheinlich nicht direkt an der Signaltransduktion beteiligt. Typ-II-Zellen besitzen Rezeptoren für die Geschmacksqualitäten süß, bitter und umami. Jede Zelle exprimiert dabei nur einen spezifischen Geschmacksrezeptor. Typ-III-Zellen sind vor allem auf die Detektion von sauren Substanzen spezialisiert. Die Geschmackszellen sind in sogenannten Geschmacksknospen angeordnet, die jeweils alle drei Zelltypen enthalten. Bei der Signalübertragung für die Geschmäcker süß, bitter und umami kommen verschiedene G-Protein-gekoppelte Rezeptoren zum Einsatz, die die gleiche intrazelluläre Signalkaskade aktivieren. Bei der Detektion von saurem Geschmack hingegen diffundieren Protonen durch OTOP1-Kanäle in die Geschmackszelle, was zu einer Depolarisation der Zellmembran führt. Die Verarbeitung von salzigem Geschmack hängt von der Konzentration des Salzes ab. Niedrige Konzentrationen werden durch amiloridsensitive ENaC-Kanäle vermittelt, während hohe Konzentrationen eine aversive Verhaltensreaktion hervorrufen, die vor allem durch Chloridionen ausgelöst wird. An der Verarbeitung von Geschmacksinformationen sind fünf Neurotransmitter beteiligt, die auf komplexe Weise miteinander interagieren.