Die aktuelle Version der Nationalen Versorgungsleitlinie S3 zur Behandlung unipolarer Depressionen (Bundesärztekammer 2022) empfiehlt die Einbindung von Angehörigen in den Therapieprozess. Die Empfehlung ist konsensbasiert und versteht sich vor einem ethischen und klinisch bedeutsamen Hintergrund: Angehörige und enge Bezugspersonen von depressiven Patienten spielen eine wesentliche Rolle in deren Versorgung. Häufig übernehmen sie im Alltag wichtige unterstützende Aufgaben. Nichtsdestoweniger kann die Gruppe der Angehörigen auch selbst unter Gefühlen der Überforderung, Ärger, Schuld oder Ungeduld leiden. Entscheidungen, die der Patient innerhalb seines Behandlungsverlaufs treffen muss, z. B. sich in stationäre Behandlung zu begeben, eine medikamentöse Therapie zu beginnen oder Veränderungen seines Alltags vorzunehmen, betreffen auch sein unmittelbares Umfeld. Die Leitlinie empfiehlt daher, den Angehörigen depressiver Patienten den Zugang zu verschiedenen Hilfsangeboten zu ermöglichen und sie, sofern sich der Patient einverstanden erklärt, in die Bereiche der Aufklärung, Information und Behandlung einzubeziehen. Für den Therapieprozess des Patienten ist die Unterstützung seines sozialen Umfelds ein wesentlicher Faktor.

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Das Angehörigengespräch

  • Stefanie Losekam,
  • Carsten Konrad

摘要

Die aktuelle Version der Nationalen Versorgungsleitlinie S3 zur Behandlung unipolarer Depressionen (Bundesärztekammer 2022) empfiehlt die Einbindung von Angehörigen in den Therapieprozess. Die Empfehlung ist konsensbasiert und versteht sich vor einem ethischen und klinisch bedeutsamen Hintergrund: Angehörige und enge Bezugspersonen von depressiven Patienten spielen eine wesentliche Rolle in deren Versorgung. Häufig übernehmen sie im Alltag wichtige unterstützende Aufgaben. Nichtsdestoweniger kann die Gruppe der Angehörigen auch selbst unter Gefühlen der Überforderung, Ärger, Schuld oder Ungeduld leiden. Entscheidungen, die der Patient innerhalb seines Behandlungsverlaufs treffen muss, z. B. sich in stationäre Behandlung zu begeben, eine medikamentöse Therapie zu beginnen oder Veränderungen seines Alltags vorzunehmen, betreffen auch sein unmittelbares Umfeld. Die Leitlinie empfiehlt daher, den Angehörigen depressiver Patienten den Zugang zu verschiedenen Hilfsangeboten zu ermöglichen und sie, sofern sich der Patient einverstanden erklärt, in die Bereiche der Aufklärung, Information und Behandlung einzubeziehen. Für den Therapieprozess des Patienten ist die Unterstützung seines sozialen Umfelds ein wesentlicher Faktor.