Dieses Kapitel widmet sich den wirtschaftlichen Aspekten, die mit dem Bergsport verbunden sind. So wie der Sport eine Querschnittsmaterie darstellt, die sich aus einer Vielzahl von Wirtschaftssektoren zusammensetzt, handelt es sich auch beim Bergsport um ein komplexes Wertschöpfungsnetzwerk unterschiedlichster Sportarten und angeregter Branchen. Wohl dieser Komplexität ist geschuldet, dass bisher veröffentlichte Studien sich stets nur mit Teilaspekten wie beispielsweise den Auswirkungen von Weitwanderwegen, Naturparks oder des Skifahrens auf die heimische Wirtschaft auseinandersetzen (National Visitor Use Monitoring Project 2001; Pflum et al. 1999; Arbesser et al. 2008, während eine Analyse des Bergsports im Gesamten und in all seinen Facetten bisher – dem Wissensstand der Autor:innen dieses Kapitels folgend – fehlt. Im Rahmen dieses Kapitels sollen Aussagen zu ökonomischen Effekten des Bergsports exemplarisch – anhand des Wanderns und Bergsteigens, zwei der mitunter wichtigsten Sommersportaktivitäten in Österreich (Zellmann und Mayrhofer 2018) – erläutert werden. Dabei werden nicht nur die unmittelbaren Effekte auf Wertschöpfung und Beschäftigung, sondern mittels Input-Output-Analyse auch die Effekte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette quantifiziert. So stehen Wandern und Bergsteigen im Jahr 2019 für insgesamt 2,73 Mrd. € Wertschöpfung, was einem Anteil von 0,77 % der Wirtschaftsleistung in Österreich entspricht. Andes ausgedrückt, lässt sich jeder 129. Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, unmittelbar oder mittelbar auf Wandern und Bergsteigen zurückführen. Noch höher ist die Bedeutung für den Arbeitsmarkt einzuschätzen: Ein Anteil von 1,03 % an allen Erwerbstätigen zeigt, dass Wandern und Bergsteigen völlig zu Recht als Beschäftigungsmotor bezeichnet werden können.

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Ökonomische Auswirkungen des Bergsports am Beispiel Wirtschaftsfaktor Wandern

  • Anna Kleissner,
  • Helmut Lemmerer,
  • Sabine Payer,
  • Benjamin Tschugg

摘要

Dieses Kapitel widmet sich den wirtschaftlichen Aspekten, die mit dem Bergsport verbunden sind. So wie der Sport eine Querschnittsmaterie darstellt, die sich aus einer Vielzahl von Wirtschaftssektoren zusammensetzt, handelt es sich auch beim Bergsport um ein komplexes Wertschöpfungsnetzwerk unterschiedlichster Sportarten und angeregter Branchen. Wohl dieser Komplexität ist geschuldet, dass bisher veröffentlichte Studien sich stets nur mit Teilaspekten wie beispielsweise den Auswirkungen von Weitwanderwegen, Naturparks oder des Skifahrens auf die heimische Wirtschaft auseinandersetzen (National Visitor Use Monitoring Project 2001; Pflum et al. 1999; Arbesser et al. 2008, während eine Analyse des Bergsports im Gesamten und in all seinen Facetten bisher – dem Wissensstand der Autor:innen dieses Kapitels folgend – fehlt. Im Rahmen dieses Kapitels sollen Aussagen zu ökonomischen Effekten des Bergsports exemplarisch – anhand des Wanderns und Bergsteigens, zwei der mitunter wichtigsten Sommersportaktivitäten in Österreich (Zellmann und Mayrhofer 2018) – erläutert werden. Dabei werden nicht nur die unmittelbaren Effekte auf Wertschöpfung und Beschäftigung, sondern mittels Input-Output-Analyse auch die Effekte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette quantifiziert. So stehen Wandern und Bergsteigen im Jahr 2019 für insgesamt 2,73 Mrd. € Wertschöpfung, was einem Anteil von 0,77 % der Wirtschaftsleistung in Österreich entspricht. Andes ausgedrückt, lässt sich jeder 129. Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, unmittelbar oder mittelbar auf Wandern und Bergsteigen zurückführen. Noch höher ist die Bedeutung für den Arbeitsmarkt einzuschätzen: Ein Anteil von 1,03 % an allen Erwerbstätigen zeigt, dass Wandern und Bergsteigen völlig zu Recht als Beschäftigungsmotor bezeichnet werden können.