Der Begriff Depression beschreibt ein psychisches Störungsbild, das sich u. a. in länger anhaltenden Veränderungen der Affektivität und Stimmungslage der Betroffenen äußert und sowohl für die Betroffenen selbst und deren Umfeld, aber auch für die Gesellschaft bzw. Wirtschaft eine enorme Belastung darstellt. Je nach Schweregrad können unterschiedliche Maßnahmen zur Therapie eingesetzt werden; auch die Wirksamkeit von Sport- und Bewegungsangeboten wurde in diesem Zusammenhang in der wissenschaftlichen Forschung der letzten Jahre zunehmend bestätigt, weshalb körperliche Aktivität immer häufiger zumindest unterstützend zur Integration in das Behandlungskonzept depressiver Störungen empfohlen wird. Zwar sind bergsportspezifische Bewegungsformen im Vergleich zu nicht bergsportspezifischen Bewegungsformen bisher weniger wissenschaftlich untersucht. Dennoch erscheinen die vorliegenden Forschungsergebnisse vielversprechend: Neben einer protektiven Wirkung scheinen bergsportspezifische Bewegungsformen wie Wandern oder Klettern auch ein therapeutisches Potenzial in Bezug auf Depressionen zu besitzen. Dabei werden sowohl unmittelbare Effekte einzelner Bewegungseinheiten, vor allem auf die Befindlichkeit, als auch längerfristige und zum Teil nachhaltige Effekte, beispielsweise auf die depressive Symptomatik, berichtet. Bezüglich dieser Benefits werden verschiedene Wirkmechanismen diskutiert. Aufgrund der positiven Befunde erscheint die Integration von Bergsport in die Behandlung von Depressionen vielversprechend. Dabei scheinen Behandlungsstrategien zielführend, die die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Patient:innen, aber auch mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Betätigung berücksichtigen. Um gesichertere Aussagen u. a. zu Empfehlungen bezüglich einer optimalen Dosis-Wirkungs-Beziehung geben zu können, bedarf es weiterer Forschung auf diesem Gebiet.

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Bergsport und Depression

  • Benedikt Hösl,
  • Martin Niedermeier,
  • Martin Kopp

摘要

Der Begriff Depression beschreibt ein psychisches Störungsbild, das sich u. a. in länger anhaltenden Veränderungen der Affektivität und Stimmungslage der Betroffenen äußert und sowohl für die Betroffenen selbst und deren Umfeld, aber auch für die Gesellschaft bzw. Wirtschaft eine enorme Belastung darstellt. Je nach Schweregrad können unterschiedliche Maßnahmen zur Therapie eingesetzt werden; auch die Wirksamkeit von Sport- und Bewegungsangeboten wurde in diesem Zusammenhang in der wissenschaftlichen Forschung der letzten Jahre zunehmend bestätigt, weshalb körperliche Aktivität immer häufiger zumindest unterstützend zur Integration in das Behandlungskonzept depressiver Störungen empfohlen wird. Zwar sind bergsportspezifische Bewegungsformen im Vergleich zu nicht bergsportspezifischen Bewegungsformen bisher weniger wissenschaftlich untersucht. Dennoch erscheinen die vorliegenden Forschungsergebnisse vielversprechend: Neben einer protektiven Wirkung scheinen bergsportspezifische Bewegungsformen wie Wandern oder Klettern auch ein therapeutisches Potenzial in Bezug auf Depressionen zu besitzen. Dabei werden sowohl unmittelbare Effekte einzelner Bewegungseinheiten, vor allem auf die Befindlichkeit, als auch längerfristige und zum Teil nachhaltige Effekte, beispielsweise auf die depressive Symptomatik, berichtet. Bezüglich dieser Benefits werden verschiedene Wirkmechanismen diskutiert. Aufgrund der positiven Befunde erscheint die Integration von Bergsport in die Behandlung von Depressionen vielversprechend. Dabei scheinen Behandlungsstrategien zielführend, die die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Patient:innen, aber auch mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Betätigung berücksichtigen. Um gesichertere Aussagen u. a. zu Empfehlungen bezüglich einer optimalen Dosis-Wirkungs-Beziehung geben zu können, bedarf es weiterer Forschung auf diesem Gebiet.