In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beginnen Schwarze Autorinnen und Autoren in Europa und Nordamerika publiziert und rezipiert zu werden. Insbesondere im englischen Sprachraum (mit London als Zentrum eines globalen Buchmarkts und einer kolonial weitverzweigten literarischen Öffentlichkeit) entsteht ein nachhaltiges Interesse an ihren Texten – an der Prosa von Ukawsaw Gronniosaw (1710?–1775), Ignatius Sancho (1729?–1780), Quobna Ottobah Cugoano (1757?–1791?) und Olaudah Equiano (1745?–1797) ebenso wie an der Lyrik Jupiter Hammons (1711–1800?), Francis Williams’ (1697?–1762), Phillis Wheatleys (1753?–1784) und anderer. Nicht zu trennen von diesem literaturhistorischen Moment ist das um 1800 in den europäischen Kolonialperipherien Afrikas, der Karibik sowie Nord- und Südamerikas ökonomisch dominierende Sklavereisystem, in dessen Rahmen die meisten der genannten Figuren eine erzwungene transatlantische Migrationserfahrung durchleben.

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Biographische, textuelle und materielle Migrationen (in) der Lyrik des Schwarzen Atlantiks

  • Tim Sommer

摘要

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beginnen Schwarze Autorinnen und Autoren in Europa und Nordamerika publiziert und rezipiert zu werden. Insbesondere im englischen Sprachraum (mit London als Zentrum eines globalen Buchmarkts und einer kolonial weitverzweigten literarischen Öffentlichkeit) entsteht ein nachhaltiges Interesse an ihren Texten – an der Prosa von Ukawsaw Gronniosaw (1710?–1775), Ignatius Sancho (1729?–1780), Quobna Ottobah Cugoano (1757?–1791?) und Olaudah Equiano (1745?–1797) ebenso wie an der Lyrik Jupiter Hammons (1711–1800?), Francis Williams’ (1697?–1762), Phillis Wheatleys (1753?–1784) und anderer. Nicht zu trennen von diesem literaturhistorischen Moment ist das um 1800 in den europäischen Kolonialperipherien Afrikas, der Karibik sowie Nord- und Südamerikas ökonomisch dominierende Sklavereisystem, in dessen Rahmen die meisten der genannten Figuren eine erzwungene transatlantische Migrationserfahrung durchleben.