Einführung
摘要
Die Beiträge der Sektion untersuchen Umbesetzungen zwischen der weltlichen und geistlichen Semantik der Lyrik um 1300 und um 1800. Geistliche Konnotationen werden in der mittelalterlichen Poesie um 1300 in die weltliche Lyrik übertragen und umgekehrt. In der weltlichen Lyrik um 1800 kommt es zu verstärkten Aufladungen mit religiöser Semantik, die sich aus europäischen und nicht-europäischen religiösen Traditionen und Mythologien speist, die bisweilen synkretistisch präsentiert und amalgamiert werden. Immer wieder führen die komplexen Vorgänge dieser Transformationen zu spezifischen Dynamisierungen sowie der Hybridisierung von Gattungen und der Bildung neuer Varianten und Subgattungen. Systematisch reicht die Verknüpfung und Verschmelzung von religiöser und weltlicher Semantik von der gegenseitigen Aufwertung und Steigerung bis hin zur Abwertung und Verwerfung des jeweils anderen, von Analogisierungen zwischen weltlichen und religiösen Aspekten bis hin zur Herausstellung von Spannungen, Konkurrenzen und Gegensätzen.