„Bürger“ aber nicht „Bürgen“ der Demokratie? Willy Hellpachs politische Konfessionssoziologie in der Weimarer Republik
摘要
Der Konfessionssoziologe Willy Hellpach sprach dem Katholizismus der Weimarer Republik (und der frühen Bundesrepublik) jedwede Demokratiekompatibilität ab und wehrte sich so gegen eine katholische „Rückkehr aus dem Exil“, die er als kulturpolitische Bedrohung wahrnahm. Aufgrund seiner autoritären Anlage sei der katholische Glauben nicht mit dem neuen Republikgedanken vereinbar. Hinter dieser Position offenbart sich bei Hellpach ein Demokratieverständnis, das seinerseits stark von einer protestantisch-liberalen Genese geprägt ist. Zeitgenössisch entwarf Hellpach ein zivilreligiöses Konzept, das Verfassung und Staat ersatzreligiöse Züge verleihen sollte. Katholikinnen und Katholiken konnten nach Hellpach folglich zwar deutsche „Bürger“ sein, wenngleich sie niemals für seine Idealvorstellung von Verfassung und Staat „bürgen“ konnten.