Essayismus, Diskursmischung, Hybridität. Hermann Broch und die katholische Romantik
摘要
Hermann Brochs essayistische Texte aus der Zwischenkriegszeit sind gerade in ihrer Uneindeutigkeit typisch für den katholischen Diskurs dieser Zeit: Sie bewegen sich zwischen verschiedenen Diskursen – Philosophie, Ästhetik, Kulturkritik etc. – und verbinden auf hybride Weise spezifisch katholische Denkfiguren – inklusive erfundener katholischer Traditionen – mit anderen, allgemeineren Diskursen wie etwa der Kritik der Moderne. Gezeigt wird insbesondere, wie Broch die Modernedeutung Max Schelers aufnimmt, die ihrerseits diejenige Max Webers einer dezidiert katholischen Revision unterzieht. Das geschieht bei Broch in der interdiskursiven und experimentellen Form des Essays, die erlaubt, sehr heterogene Phänomene und Perspektiven wie ästhetische Moderne und katholische Dogmatik zusammenzudenken und zugleich allgemeine Urteile zu fällen und diese zu relativieren oder – im Diskursroman Die Schlafwandler – erzählerisch zu verfremden.