Das Thema Therapieziele fußt auf einem breiten Fundament grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung, die hier im Rahmen einer sich eher als Praxis-Handbuchs verstehenden Veröffentlichung nicht in ihrem ganzen Umfang dargelegt werden kann. Der Vollständigkeit halber sollen hier in Kürze einige Grundzüge der Theorie hinter dem Thema skizziert werden und Möglichkeiten zur Vertiefung genannt werden. Michalak et al. (2007) geben einen guten Überblick über das Thema Patientenziele in der Psychotherapie aus einer grundlagenwissenschaftlichen Perspektive. Die wichtigsten grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse sind, dass erstens Ziele für Menschen nur dann günstig sind, wenn eine Passung zwischen Motiven und Bedürfnissen und zwischen extrinsischer und intrinsischer Ausrichtung der Ziele besteht. Menschen, die eine hohe Passung zwischen Zielen und Motiven aufweisen (also beispielsweise leistungsorientierte Ziele aufweisen und auch ein starkes Leistungsmotiv insgesamt haben) zeigen ein höheres Wohlbefinden als Menschen, bei denen diese Passung nicht vorliegt. Auch führen Ziele zu einem höheren Wohlbefinden, wenn sie stärker intrinsisch als extrinsisch motiviert sind. Zweitens sind die äußeren Bedingungen für eine positive Auswirkung einer Zielorientierung wichtig: Nur wenn Personen auch ausreichend günstige Bedingungen für eine Zielerreichung haben (also die notwendigen Ressourcen zum Beispiel), wirkt sich eine starke Fokussierung auf ein Ziel positiv auf das Wohlbefinden aus, andernfalls kann sich der Effekt umkehren. Drittens zeigt die Grundlagenforschung, dass Menschen, die nach externalen Zielen streben, wie Status und materielle Ziele, ein niedrigeres Wohlbefinden aufweisen als Menschen, die ihr Leben nach inhärenten persönlichen Bedürfnissen ausrichten wie Verbundenheit, Autonomie oder persönliches Wachstum.

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Eine kurze Übersicht über den theoretischen Hintergrund zu Therapiezielen

  • Sonja Wahl

摘要

Das Thema Therapieziele fußt auf einem breiten Fundament grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung, die hier im Rahmen einer sich eher als Praxis-Handbuchs verstehenden Veröffentlichung nicht in ihrem ganzen Umfang dargelegt werden kann. Der Vollständigkeit halber sollen hier in Kürze einige Grundzüge der Theorie hinter dem Thema skizziert werden und Möglichkeiten zur Vertiefung genannt werden. Michalak et al. (2007) geben einen guten Überblick über das Thema Patientenziele in der Psychotherapie aus einer grundlagenwissenschaftlichen Perspektive. Die wichtigsten grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse sind, dass erstens Ziele für Menschen nur dann günstig sind, wenn eine Passung zwischen Motiven und Bedürfnissen und zwischen extrinsischer und intrinsischer Ausrichtung der Ziele besteht. Menschen, die eine hohe Passung zwischen Zielen und Motiven aufweisen (also beispielsweise leistungsorientierte Ziele aufweisen und auch ein starkes Leistungsmotiv insgesamt haben) zeigen ein höheres Wohlbefinden als Menschen, bei denen diese Passung nicht vorliegt. Auch führen Ziele zu einem höheren Wohlbefinden, wenn sie stärker intrinsisch als extrinsisch motiviert sind. Zweitens sind die äußeren Bedingungen für eine positive Auswirkung einer Zielorientierung wichtig: Nur wenn Personen auch ausreichend günstige Bedingungen für eine Zielerreichung haben (also die notwendigen Ressourcen zum Beispiel), wirkt sich eine starke Fokussierung auf ein Ziel positiv auf das Wohlbefinden aus, andernfalls kann sich der Effekt umkehren. Drittens zeigt die Grundlagenforschung, dass Menschen, die nach externalen Zielen streben, wie Status und materielle Ziele, ein niedrigeres Wohlbefinden aufweisen als Menschen, die ihr Leben nach inhärenten persönlichen Bedürfnissen ausrichten wie Verbundenheit, Autonomie oder persönliches Wachstum.