Der Artikel diskutiert die Voraussetzungen von Cornelia Vismanns Aktendefinition, die sich einer kritischen Lektüre und Weiterentwicklung von H.G. Adlers Ausführungen in »Der verwaltete Mensch« verdankt. Die Form des Artikels kombiniert Katechismus und Kontroverse. Die Kontroverse bleibt auch aufgrund der langfristigen Rezeptionsgeschichte von Hannah Arendts Eichmann-Buch zur »Banalität des Bösen« notwendig; der Katechismus ergibt sich aus dem breiten Konsens, aber auch aus der mittlerweile eingetretenen Differenziertheit der Forschung zur NS-Verwaltung. Der Artikel beansprucht nicht den Status einer eigenständigen Forschung zum Thema, sondern charakterisiert einige der bereits von Raul Hilberg und H.G. Adler erkannten Paradoxien der Judenvernichtung in verwaltungs- und medienhistorischen Hinsichten (Effizienz trotz fehlender Koordination oder durch ungeregelte Konkurrenz; Kompensation eines fehlenden Instanzenzugs durch Improvisation; die Entstehung hierarchischer »Weisungen« aus nachgelagerten Organisationseinheiten; u. a.).

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Betr. RSHA IV B 4, Theorie der Akten

  • Erhard Schüttpelz

摘要

Der Artikel diskutiert die Voraussetzungen von Cornelia Vismanns Aktendefinition, die sich einer kritischen Lektüre und Weiterentwicklung von H.G. Adlers Ausführungen in »Der verwaltete Mensch« verdankt. Die Form des Artikels kombiniert Katechismus und Kontroverse. Die Kontroverse bleibt auch aufgrund der langfristigen Rezeptionsgeschichte von Hannah Arendts Eichmann-Buch zur »Banalität des Bösen« notwendig; der Katechismus ergibt sich aus dem breiten Konsens, aber auch aus der mittlerweile eingetretenen Differenziertheit der Forschung zur NS-Verwaltung. Der Artikel beansprucht nicht den Status einer eigenständigen Forschung zum Thema, sondern charakterisiert einige der bereits von Raul Hilberg und H.G. Adler erkannten Paradoxien der Judenvernichtung in verwaltungs- und medienhistorischen Hinsichten (Effizienz trotz fehlender Koordination oder durch ungeregelte Konkurrenz; Kompensation eines fehlenden Instanzenzugs durch Improvisation; die Entstehung hierarchischer »Weisungen« aus nachgelagerten Organisationseinheiten; u. a.).