Projektion und Projekt. Ernst Kapp und die Anthropologie des Mangels
摘要
Der Beitrag bietet eine Analyse von Ernst Kapps Philosophie der Technik und insbesondere seiner berühmtesten These, der Organprojektion. Die Forschungshypothese ist, dass das Denken Ernst Kapps sich nicht mit einer Anthropologie des Mangels in Verbindung bringen lässt und dass seine Ähnlichkeit mit anderen Theorien der technischen Erweiterung des Körpers (z. B. Marshall McLuhans berühmte These über Medien als Erweiterungen der Sinnesorgane) nur oberflächlich ist. Stattdessen wird Kapps Denken als eine dynamische Ökologie der Medien interpretiert, in der die Beziehung zwischen Medialität und Raum eine grundlegende Rolle spielt. Außerdem lassen sich in Kapps Denken zwei Ebenen der Technizität ausmachen: eine horizontale und eine vertikale Dimension, die als Diatechnik bzw. Metatechnik bezeichnet werden. Diese Unterscheidung eröffnet die Möglichkeit, Kapps Philosophie des Technischen als eine potenzielle Grundlage für eine Philosophie des Designs zu betrachten.