Das Subjekt zwischen Mängel- und Luxuswesen. Eine kulturwissenschaftliche Perspektive
摘要
Was mangelt in einem Mängelwesen? Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, diese Frage ausgehend von der Untersuchung des Begriffes bei Arnold Gehlen und mit Hilfe von Werkzeugen aus den Bild- und Kulturwissenschaften, zu beantworten. Die Analyse gliedert sich in vier Teile: Erstens sollen einige implizite Bias in der Gehlenschen Definition des Mängelwesens aufgezeigt werden. Zweitens wird ausgehend von der Analyse von Beiträgen aus den Disziplinen der Anthropologie, der Bildwissenschaft und der kognitiven Archäologie ein Modell der Subjektivität vorgeschlagen, das als kritisches Pendant zu Gehlens Mängelwesen gelten kann. Drittens wird es der Fokus der Untersuchung auf das Konzept des „Luxuswesens“ gestellt, wie es von Peter Sloterdijk in kritischer Opposition zum Gehlenschen Begriff des Mängelwesens ausgearbeitet wurde, um seine Grenzen – aber vor allem sein heuristisches Erklärungspotential zur Beschreibung des vorgeschlagenen Subjektivitätsmodells – zu prüfen. Abschließend wird das Gehlensche Konzept des ‚erworbenen Apriori‘ herangezogen, um zu demonstrieren wie es immer noch nützlich sein kann, um ein offenes anthropologisches Modell zu definieren, das sich nicht auf die Metaphern des Mangels zurückführen lässt, die üblicherweise mit Gehlens Arbeit verbunden werden.