Die Islamische Republik Iran stellt in vielerlei Hinsicht einen Gegenpol zum Großteil der Staaten der Arabischen Halbinsel dar. Mit beinahe 90 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern hat der Iran eine größere Bevölkerung als alle Staaten der Halbinsel zusammen und ist in Bezug auf Sprache beziehungsweise Ethnie persisch, nicht arabisch, geprägt. Der Iran ist eines der an Erdöl reichsten Länder der Erde, hat allerdings aufgrund internationaler Sanktionen Probleme, dieses zu exportieren. Anders als die anderen Golfstaaten ist der Iran keine Monarchie, sondern – zumindest nominell – eine Republik mit demokratischen Elementen, wird allerdings von einem religiösen Gelehrten, dem Obersten Führer, geleitet. Der Staat verschreibt sich einer religiös begründeten, antiwestlichen, antiimperialistischen Außenpolitik, was ihn beinahe zwangsläufig in Konfrontation, wenn nicht gar in Konflikt mit den tendenziell am Erhalt des regionalen Status quo interessierten arabischen Golfstaaten bringt. Diese Konfrontation wird durch das Faktum, dass der Iran einem schiitisch-klerikalen Regime unterliegt und die außenpolitisch bedeutendsten arabischen Staaten am Golf sunnitisch geprägt sind, zusätzlich begünstigt, wenn zeitweise nicht gar gefördert.

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Geopolitische Konflikte II: Iran und das Narrativ des „Sunni-Schia-Konflikts“

  • Alexander Weissenburger

摘要

Die Islamische Republik Iran stellt in vielerlei Hinsicht einen Gegenpol zum Großteil der Staaten der Arabischen Halbinsel dar. Mit beinahe 90 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern hat der Iran eine größere Bevölkerung als alle Staaten der Halbinsel zusammen und ist in Bezug auf Sprache beziehungsweise Ethnie persisch, nicht arabisch, geprägt. Der Iran ist eines der an Erdöl reichsten Länder der Erde, hat allerdings aufgrund internationaler Sanktionen Probleme, dieses zu exportieren. Anders als die anderen Golfstaaten ist der Iran keine Monarchie, sondern – zumindest nominell – eine Republik mit demokratischen Elementen, wird allerdings von einem religiösen Gelehrten, dem Obersten Führer, geleitet. Der Staat verschreibt sich einer religiös begründeten, antiwestlichen, antiimperialistischen Außenpolitik, was ihn beinahe zwangsläufig in Konfrontation, wenn nicht gar in Konflikt mit den tendenziell am Erhalt des regionalen Status quo interessierten arabischen Golfstaaten bringt. Diese Konfrontation wird durch das Faktum, dass der Iran einem schiitisch-klerikalen Regime unterliegt und die außenpolitisch bedeutendsten arabischen Staaten am Golf sunnitisch geprägt sind, zusätzlich begünstigt, wenn zeitweise nicht gar gefördert.