Dieses Kapitel analysiert historische und zeitgenössische Entwicklungen in der golfarabischen Migrations- und Arbeitsmarktpolitik. Vor dem Hintergrund der steigenden Erdöleinnahmen und der fortschreitenden wirtschaftlichen Modernisierung durchliefen die Bevölkerungen auf der Arabischen Halbinsel einen demographischen Wandel, der insbesondere von zwei Merkmalen charakterisiert wurde: Zum einen rekrutierten die Golfmonarchien in den vergangenen Jahrzehnten eine signifikante Anzahl an Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten aus den arabischen Nachbarregionen, um mit deren Expertise nationale Verwaltungsstrukturen und Bildungssysteme zu entwickeln, ehe im Zuge der steigenden Erdöl- und Erdgaseinnahmen verstärkt Arbeitskräfte des Niedriglohnbereichs aus Süd- und Südostasien und Afrika angeworben wurden, um die golfarabische Infra- und Dienstleistungsstruktur aufzubauen. Zum anderen geraten die Wirtschaftssysteme der Golfmonarchien durch die steigende Anzahl von Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten und ein signifikantes Bevölkerungswachstum zunehmend unter Druck und streben nach einer „Nationalisierung“ ihrer Arbeitsmärkte: Hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen Golfmonarchien bei sinkenden Möglichkeiten, Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor zu schaffen, fordern die traditionellen Rentierstaats- und Alimentierungssysteme der Golfstaaten heraus.

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Bevölkerung, Migration & Arbeitsmarkt

  • Sebastian Sons

摘要

Dieses Kapitel analysiert historische und zeitgenössische Entwicklungen in der golfarabischen Migrations- und Arbeitsmarktpolitik. Vor dem Hintergrund der steigenden Erdöleinnahmen und der fortschreitenden wirtschaftlichen Modernisierung durchliefen die Bevölkerungen auf der Arabischen Halbinsel einen demographischen Wandel, der insbesondere von zwei Merkmalen charakterisiert wurde: Zum einen rekrutierten die Golfmonarchien in den vergangenen Jahrzehnten eine signifikante Anzahl an Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten aus den arabischen Nachbarregionen, um mit deren Expertise nationale Verwaltungsstrukturen und Bildungssysteme zu entwickeln, ehe im Zuge der steigenden Erdöl- und Erdgaseinnahmen verstärkt Arbeitskräfte des Niedriglohnbereichs aus Süd- und Südostasien und Afrika angeworben wurden, um die golfarabische Infra- und Dienstleistungsstruktur aufzubauen. Zum anderen geraten die Wirtschaftssysteme der Golfmonarchien durch die steigende Anzahl von Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten und ein signifikantes Bevölkerungswachstum zunehmend unter Druck und streben nach einer „Nationalisierung“ ihrer Arbeitsmärkte: Hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen Golfmonarchien bei sinkenden Möglichkeiten, Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor zu schaffen, fordern die traditionellen Rentierstaats- und Alimentierungssysteme der Golfstaaten heraus.