Johann Gottfried Schnabel stellt in seinem utopischen Roman „Insel Felsenburg“ den rechtlichen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Beischlaf mit Tieren (Sodomie) dar und problematisiert diesen in grundlagen- und straftheoretischer Perspektive. Der vorliegende Aufsatz versucht eine rechtsgeschichtliche Einordnung dieser Textstelle. Anhand bedeutender Strafrechtslehren des 17. und frühen 18. Jahrhunderts wird der zeitgenössische Begriff der Sodomie erläutert, der sich vom Geschlechtsverkehr mit Tieren bis zum Verkehr mit Personen gleichen Geschlechts und sogar mit solchen anderen Glaubens erstreckt. Die Qualität des Normbruchs und das Recht, diesen zu bestrafen, beschäftigen Schnabel und bilden den Stoff einer der wohl spannendsten und doch durch die Forschung vernachlässigten Stellen seines Romans.

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„Die bestialischen Liebhaber“. Sodomie in Johann Gottfried Schnabels Insel Felsenburg

  • Oliver Bach

摘要

Johann Gottfried Schnabel stellt in seinem utopischen Roman „Insel Felsenburg“ den rechtlichen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Beischlaf mit Tieren (Sodomie) dar und problematisiert diesen in grundlagen- und straftheoretischer Perspektive. Der vorliegende Aufsatz versucht eine rechtsgeschichtliche Einordnung dieser Textstelle. Anhand bedeutender Strafrechtslehren des 17. und frühen 18. Jahrhunderts wird der zeitgenössische Begriff der Sodomie erläutert, der sich vom Geschlechtsverkehr mit Tieren bis zum Verkehr mit Personen gleichen Geschlechts und sogar mit solchen anderen Glaubens erstreckt. Die Qualität des Normbruchs und das Recht, diesen zu bestrafen, beschäftigen Schnabel und bilden den Stoff einer der wohl spannendsten und doch durch die Forschung vernachlässigten Stellen seines Romans.