Die Prävention der ersten Dekompensation bei kompensierter fortgeschrittener chronischer Lebererkrankung (cACLD) ist von entscheidender Bedeutung, da damit der Übergang zu einem dekompensierten Zirrhosestadium verhindert und damit das Mortalitätsrisiko gesenkt wird. Prinzipiell ist die Therapie der Lebergrunderkrankung auch im Stadium der cACLD der effektivste Ansatz, um eine Dekompensation zu verhindern, was eindrucksvollerweise mit antiviralen Therapien der Hepatitis B oder Hepatitis C gezeigt wurde, nach denen es auch zu einem Rückgang der Fibrosierung kommt. Nachdem das Dekompensationsrisiko von cACLD-Patienten mit klinisch signifikanter portaler Hypertension (CSPH) besonders hoch ist, stellt diese Patientengruppe die Hauptzielpopulation für therapeutische Präventionsstrategien dar. Nichtselektive Betablocker (NSBB) wie Carvedilol senken den Pfortaderdruck und werden nicht nur mehr bei Patienten mit Varizen zur Primärblutungsprophylaxe, sondern bei allen Patienten mit CSPH zur Dekompensationsprophylaxe empfohlen. Neben ätiologischen Therapien gibt es auch Hinweise, dass Lebensstiländerungen bei metabolischen Kofaktoren und eine Reduktion von pathologischem Alkoholkonsum – nicht nur bei alkoholassoziierter Lebererkrankung – effektiv zur Prävention einer Dekompensation beitragen können. Die Evidenzlage zu anderen Therapien, wie z. B. Statinen zur Dekompensationsprävention, ist aktuell nicht suffizient, um sie generell bei cACLD mit oder ohne CSPH zu empfehlen.

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Prävention der Dekompensation

  • Thomas Reiberger

摘要

Die Prävention der ersten Dekompensation bei kompensierter fortgeschrittener chronischer Lebererkrankung (cACLD) ist von entscheidender Bedeutung, da damit der Übergang zu einem dekompensierten Zirrhosestadium verhindert und damit das Mortalitätsrisiko gesenkt wird. Prinzipiell ist die Therapie der Lebergrunderkrankung auch im Stadium der cACLD der effektivste Ansatz, um eine Dekompensation zu verhindern, was eindrucksvollerweise mit antiviralen Therapien der Hepatitis B oder Hepatitis C gezeigt wurde, nach denen es auch zu einem Rückgang der Fibrosierung kommt. Nachdem das Dekompensationsrisiko von cACLD-Patienten mit klinisch signifikanter portaler Hypertension (CSPH) besonders hoch ist, stellt diese Patientengruppe die Hauptzielpopulation für therapeutische Präventionsstrategien dar. Nichtselektive Betablocker (NSBB) wie Carvedilol senken den Pfortaderdruck und werden nicht nur mehr bei Patienten mit Varizen zur Primärblutungsprophylaxe, sondern bei allen Patienten mit CSPH zur Dekompensationsprophylaxe empfohlen. Neben ätiologischen Therapien gibt es auch Hinweise, dass Lebensstiländerungen bei metabolischen Kofaktoren und eine Reduktion von pathologischem Alkoholkonsum – nicht nur bei alkoholassoziierter Lebererkrankung – effektiv zur Prävention einer Dekompensation beitragen können. Die Evidenzlage zu anderen Therapien, wie z. B. Statinen zur Dekompensationsprävention, ist aktuell nicht suffizient, um sie generell bei cACLD mit oder ohne CSPH zu empfehlen.