Die Bedeutung von Secondhand-Kleidung und Resale-Praktiken für die Entwicklung der Konsumkultur
摘要
Der Secondhand-Konsum von Kleidern hat im 21. Jahrhundert stark zugenommen, und allen Prognosen zufolge wird er weiterhin steigen. Die Frage, ob dies einen Gewinn für die Zukunft des nachhaltigen Konsums bedeutet, stellt sich drängender denn je. Ein entscheidender Vorteil des Secondhand-Konsums liegt in der Verlängerung der Nutzungsdauer von Kleidern. Zudem werden im globalen Norden Ressourcen eingespart und das Abfallaufkommen von Textilien reduziert. Zugleich ist die Reduktion von Abfall jedoch ein Dilemma, denn große Mengen von Altkleidern werden regelmäßig in den globalen Süden exportiert. Durch die Importe nehmen in den entsprechenden Ländern soziale, wirtschaftliche und ökologische Probleme zu, denn die Armut wird nicht reduziert, lokale Textilunternehmen leiden unter den Importen und die Beseitigung des Kleidermülls bleibt ein ungelöstes Problem. Dennoch weist der Umgang mit Secondhand-Kleidern einen Weg, wie neue Tauschformen, die aus der Tradition der Weitergabe von gebrauchten Kleidern und aus dem Prinzip des Gabentauschs heraus entstanden sind, einen Beitrag zur Entwicklung neuer Beschäftigungsfelder und zur Entfaltung einer zukünftigen Konsumkultur leisten können. Im Sinne von SDG 12 werden damit sowohl nachhaltige Konsum- als auch Produktionsmuster geschaffen, die auf einer Wertschöpfung durch die Weiterverwendung bereits bestehender Textilien beruhen. Wichtige Ausgangspunkte bestehen darin, mehr Respekt vor den einzelnen Produkten zu zeigen und den Überkonsum zu regulieren.