„es ist wie ein Spiel, von Karten, oder Schach: wenig feste Verbindungen und die größten unendlichsten Combinationen.“ – Rahel Levin Varnhagens Tagebücher
摘要
Der Beitrag verortet Rahel Levin Varnhagens Tagebücher in der bisher männlich besetzten Tradition diarischen Schreibens. Auf die Beschreibung des Aufbaus und der Struktur der dreizehn Hefte sowie Überlegungen zu ihrer Entstehungsgeschichte folgt eine Analyse der in den Tagebüchern verwendeten diarischen Schreibformen (das sind u.a. Aphorismen, Lektürenotizen und -exzerpte, Personencharakteristiken, Literatur- und Kunstkritiken, Betrachtungen über Philosophie, Geschichte, Politik, Anekdoten, Tageschroniken und Reiseberichte, Briefabschriften, Stammbuchverse). Auf dieser Grundlage wird Rahel Levin Varnhagens Entwurf einer diaristischen Poetik und ihre Neubegründung der Tradition weiblichen Tagebuchschreibens im Spannungsfeld zwischen Privatheit und Öffentlichkeit bestimmt.