Schreiben in / von psychischen Krisen
摘要
Schreiben in und über Krisen wird insbesondere in autopathografischen Texten von Schriftsteller*innen und Journalist*innen thematisiert, und damit von Personen, bei denen die Praktik des Schreibens grundlegend ist für die eigene Identität. Anhand von vier exemplarisch ausgewählten autopathografischen Texten der 2020er – Benjamin Maacks Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein, Till Raethers Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben?, Olga Ravns Meine Arbeit (Mit arbejde) und Barbara Vorsamers Mein schmerzhaft schönes Trotzdem – untersucht der Beitrag, welche Funktion das Schreiben über die Depression jeweils einnimmt, wie sich das Schreiben in und über Depressionen ästhetisch ausdrückt und inwieweit schließlich das heilende Potential von Literatur ausgehandelt wird. Die ausgewählten Texte werden mit einer praxeologischen Perspektive untersucht, die in den Blick nimmt, wie die Praktik des Schreibens in den Texten jeweils reflektiert und eingeordnet wird und wie die Verfahren in den Texten und die Texte selbst als Praktik der Krankheitsbewältigung fungieren.