Lothar Müthels Berliner Hamlet-Inszenierung von 1936
摘要
Im zweiten Kapitel soll anhand von Lothar Müthels Hamlet-Inszenierung von 1936 am Preußischen Staatstheater überprüft werden, inwieweit diese Klassikerinszenierung Spuren einer Politisierung im Sinne der „völkisch“-ideologischen Vorstellungen der Nationalsozialisten aufweist. Analysiert wird die Inszenierung bezüglich ihrer Strichfassung, Bildmaterial, einer Sprachaufnahme sowie den vorliegenden Rezensionen aus dem „Reich“, die im Nachlass des Regisseurs Lothar Müthel erhalten sind. Eingehender betrachtet wird außerdem die Darstellung der Titelfigur als einem „nordischen Rächer“ in der NS-Narrativik der apokalyptischen Performanz. Damit verbunden ist die Frage, inwieweit Lothar Müthels Hamlet als Klassikerinszenierung scheitert bzw. in seiner politisierten Umsetzung den Ansprüchen an eine künstlerisch anspruchsvolle, vor allem werkgetreue Klassikerinszenierung nicht mehr gerecht wird.