Kritische Europakompetenz
摘要
Der Beitrag befragt aus postkolonialer Perspektive, wie sich die im KMK-Beschluss „Europabildung in der Schule“ festgeschriebenen Ziele zur Sicherung europäischer Werte konkretisieren und fachspezifisch ausgestalten lassen. Hierfür werden drei Rückfragen an die KMK-Empfehlung gestellt: Erstens, welche Bedürfnisse ein imaginiertes europäisches Wir an europabildende Lehr-Lernsettings stellt; zweitens, was unter dem gemeinsamen historischen Erbe zu verstehen ist, auf das gemäß des KMK-Beschlusses Bezug genommen werden soll; und drittens, welche Sprachen in welcher Darstellungsweise unter dem Postulat einer Vielfalt von Sprachen gemeint sind. Ausgehend von diesen Rückfragen lotet der Beitrag Möglichkeitsräume literarästhetisch vermittelter Europakompetenz aus, die das Fach Deutsch eröffnen kann. Der Beitrag schließt mit zwei Ansatzpunkten, von denen ein literaturunterrichtlicher Impuls zur Europabildung als kritischer Europabildung ausgehen kann, nämlich von der Didaktik der Textauswahl sowie von Unterrichtsmodellierungen, die u. a. literarische Mehrsprachigkeit berücksichtigen.