Im Mittelpunkt des Beitrages wird die Funktion der literarischen Darstellung von ‚Europa‘ in der Kinder- und Jugendliteratur diskutiert. Ausgewählt wurde der Romanzyklus Die Kinder aus Nr. 67 von Lisa Tetzner, der nicht nur die Jahre 1929 bis 1946 umfasst, sondern auch die Idee eines Europas ohne Nationen thematisiert. Der neunte Band mit dem programmatischen Titel Der neue Bund wurde bislang kaum rezipiert, eignet sich jedoch wie kein anderes Kinder- und Jugendbuch für den Literaturunterricht und einen historischen Diskurs über Europa, weil es in einem überzeugenden Kontext und weitgespannten Rahmen die Entstehung einer europäischen Idee antizipiert und das Nachdenken über die Bedeutung von Europa anregt. Damit lassen sich zwei Aspekte der Literaturdidaktik verbinden: Das literarische Lernen und das historische Lernen. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler sehen, dass die europäische Idee nichts Selbstverständliches ist, sondern etwas, das in seiner Fragilität immer wieder neu gedacht werden muss.

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Europa historisch oder: Wie in der Kinderliteratur des Exils europäische Bünde geschmiedet wurden

  • Jana Mikota

摘要

Im Mittelpunkt des Beitrages wird die Funktion der literarischen Darstellung von ‚Europa‘ in der Kinder- und Jugendliteratur diskutiert. Ausgewählt wurde der Romanzyklus Die Kinder aus Nr. 67 von Lisa Tetzner, der nicht nur die Jahre 1929 bis 1946 umfasst, sondern auch die Idee eines Europas ohne Nationen thematisiert. Der neunte Band mit dem programmatischen Titel Der neue Bund wurde bislang kaum rezipiert, eignet sich jedoch wie kein anderes Kinder- und Jugendbuch für den Literaturunterricht und einen historischen Diskurs über Europa, weil es in einem überzeugenden Kontext und weitgespannten Rahmen die Entstehung einer europäischen Idee antizipiert und das Nachdenken über die Bedeutung von Europa anregt. Damit lassen sich zwei Aspekte der Literaturdidaktik verbinden: Das literarische Lernen und das historische Lernen. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler sehen, dass die europäische Idee nichts Selbstverständliches ist, sondern etwas, das in seiner Fragilität immer wieder neu gedacht werden muss.