Ein erster thematischer Schwerpunkt dieser Arbeit gilt den Erzählformen. Dieses Kapitel spannt einen Bogen, der von den frühen bis zu den letzten Romanen Appelfelds reicht, um mithilfe narratologischer Beobachtungen auf die Erzählarchitektur von Appelfelds Romanen zu fokussieren. Viele der später in den großen Romanen begegnenden Themen und Motive finden sich bereits in den frühen Texten. Haben sich bisherige Untersuchungen verstärkt dem Erzählinhalt gewidmet, so rückt hier die Frage nach der Erzählgestalt in den Vordergrund. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, wie die Erzählinstanz das Geschehen unterbreitet, sowie damit in enger Verbindung, in welcher Art und Weise die Schoa zur (Nicht-)Darstellung kommt. Den Begriff der Autofiktion auf das Textkorpus anzulegen, erlaubt, Appelfeld von problematischen Zuschreibungen zu befreien. Ein zentraler Fragenkomplex kreist schließlich um die Intertextualität, der in biblische Zusammenhänge hineinführt und verdeutlicht, dass biblischen Zitaten in den Romanen eine wichtige Funktion zukommt. Nach Anmerkungen zu Bestand und Bündigkeit intertextueller Verfahren wird zuletzt reflektiert, inwieweit Appelfeld nicht nur Biblisches zitiert, sondern den biblischen Text mithin fortschreibt.

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Erzählformen: Autofiktion und Polyphonie

  • Lukas Pallitsch

摘要

Ein erster thematischer Schwerpunkt dieser Arbeit gilt den Erzählformen. Dieses Kapitel spannt einen Bogen, der von den frühen bis zu den letzten Romanen Appelfelds reicht, um mithilfe narratologischer Beobachtungen auf die Erzählarchitektur von Appelfelds Romanen zu fokussieren. Viele der später in den großen Romanen begegnenden Themen und Motive finden sich bereits in den frühen Texten. Haben sich bisherige Untersuchungen verstärkt dem Erzählinhalt gewidmet, so rückt hier die Frage nach der Erzählgestalt in den Vordergrund. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, wie die Erzählinstanz das Geschehen unterbreitet, sowie damit in enger Verbindung, in welcher Art und Weise die Schoa zur (Nicht-)Darstellung kommt. Den Begriff der Autofiktion auf das Textkorpus anzulegen, erlaubt, Appelfeld von problematischen Zuschreibungen zu befreien. Ein zentraler Fragenkomplex kreist schließlich um die Intertextualität, der in biblische Zusammenhänge hineinführt und verdeutlicht, dass biblischen Zitaten in den Romanen eine wichtige Funktion zukommt. Nach Anmerkungen zu Bestand und Bündigkeit intertextueller Verfahren wird zuletzt reflektiert, inwieweit Appelfeld nicht nur Biblisches zitiert, sondern den biblischen Text mithin fortschreibt.