Im Mittelpunkt der frühneuzeitlichen Rachetragödie stehen Fragen des Verbrechens sowie der Dysfunktionalität des Rechts und seiner Institutionen. John Websters The White Devil (1612) und The Duchess of Malfi (1614) veranschaulichen, inwieweit diese Debatten mit gegenderten Machtstrukturen verbunden sind. Sowohl die Grenzüberschreitungen der Protagonistinnen als auch ihre Bestrafung sind unmittelbar an den weiblichen Körper geknüpft. Weil keine Beweise für die Mitschuld Vittorias am Tod ihres Ehemannes existieren, verhandelt der Prozess ausschließlich ihre Untreue, während die Duchess für ihre transgressive Weiblichkeit gefoltert und ermordet wird. Der ultimative Racheakt beider Stücke ist also der eines patriarchalen Rechtssystems, dessen Neutralität Webster zur Disposition stellt. Da es sich bei Vittorias Prozess ebenso wie beim Tod der Duchess um dezidiert metatheatrale Momente handelt, diskutiert der Beitrag zudem, welches Interventionspotential Webster dem Theater in dieser Krise des Rechts zuschreibt.

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„That Body of Hers“: Verhandlungen krimineller Weiblichkeit in John Websters The White Devil (1612) und The Duchess of Malfi (1614)

  • Marlena Tronicke

摘要

Im Mittelpunkt der frühneuzeitlichen Rachetragödie stehen Fragen des Verbrechens sowie der Dysfunktionalität des Rechts und seiner Institutionen. John Websters The White Devil (1612) und The Duchess of Malfi (1614) veranschaulichen, inwieweit diese Debatten mit gegenderten Machtstrukturen verbunden sind. Sowohl die Grenzüberschreitungen der Protagonistinnen als auch ihre Bestrafung sind unmittelbar an den weiblichen Körper geknüpft. Weil keine Beweise für die Mitschuld Vittorias am Tod ihres Ehemannes existieren, verhandelt der Prozess ausschließlich ihre Untreue, während die Duchess für ihre transgressive Weiblichkeit gefoltert und ermordet wird. Der ultimative Racheakt beider Stücke ist also der eines patriarchalen Rechtssystems, dessen Neutralität Webster zur Disposition stellt. Da es sich bei Vittorias Prozess ebenso wie beim Tod der Duchess um dezidiert metatheatrale Momente handelt, diskutiert der Beitrag zudem, welches Interventionspotential Webster dem Theater in dieser Krise des Rechts zuschreibt.