Normatives Modellieren im Kontext des Klimawandels – wie viel CO2 stoßen Lebensmittel aus?
摘要
Ausgehend von der Fragestellung „Wie viel CO2 stoßen Lebensmittel aus?“ wird mithilfe der folgenden Lernumgebung eine interdisziplinäre Perspektive aus mathematischer und politischer Bildung eingenommen. Es wird erläutert, wie der Treibhausgas-Ausstoß von Lebensmitteln im Mathematikunterricht verschieden modelliert werden kann. Entlang unterschiedlicher Annahmen entstehen verschiedene Modelle und Ergebnisse zur Beurteilung des CO2-Fußabdrucks von Lebensmitteln, die gemeinsam mit den Schüler:innen diskutiert werden können. Schüler:innen können daran lernen, dass verschiedene Modelle, die fachlich alle fehlerfrei sind, in politischen Diskussionen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen können, z. B. wenn es um die Besteuerung von Lebensmitteln mit sehr hohem Treibhausgas-Ausstoß geht. Dadurch wird deutlich, dass die Auswahl oder Konstruktion von mathematischen Modellen in politischen Diskussionen wichtig ist und mehr oder weniger explizite Wertungen beinhaltet. Zur einfachen didaktischen Umsetzung wird dazu eine Erweiterung des Modellierungskreislaufs nach Blum und Leiß (2006) für normative Modellierungen eingeführt, die hilft, die einzelnen Unterrichtsschritte, inklusive einer Diskussion und Reflexion der Modelle, umzusetzen. Die praktischen Erfahrungen nach dem Einsatz in mehreren Klassen(stufen) zeigen, dass das Diskutieren der Modelle für die Schüler:innen neu und ungewohnt ist, aber das Potential bietet, ein kritisches Bewusstsein für die Zielsetzungen unterschiedlicher Modellierungen zu fördern.