Pathologisierung und Selbstinszenierung
摘要
Wenn wir heute mit Faszination und Anerkennung auf Kunstwerke blicken, die veränderte Bewusstseinszustände zum Thema haben, wie dies Baßler unter Verwendung des Begriffs ‚irre Prosa‘ im eben angegebenen Zitat tut, handelt es sich um ein vergleichsweise neues Phänomen. Die gesellschaftliche Nische des ‚Bewusstseinskünstlers‘, der Kraft seiner Ausnahmewahrnehmung avantgardistische Neuheiten erschafft, gab es zur Zeit der Moderne nicht. Stattdessen wurden sowohl die Künstler als auch deren Arbeiten von einem Großteil der Wissenschaft wie auch der Gesellschaft als ‚geisteskrank‘ angesehen. Die Kunst der Moderne wurde vielfach als pathologisches Anschauungsstück, jedoch nicht als Kunst betrachtet. Gleichzeitig bildete die Auseinandersetzung mit dem Wahnsinn und der Möglichkeit einer Entpathologisierung einen Hauptgegenstand der Moderne überhaupt.