Postmigrantische Identitätskonstruktionen
摘要
Der Beitrag zeigt basierend auf einer diskurstheoretischen und postkolonialtheoretisch orientierten Analyse auf, inwiefern sich postmigrantische Identitätskonstruktionen in der Literatur von klassischen, eurozentristischen Identitätstheorien unterscheiden und abgrenzen. Im Sinne von Edward Saids Konzept der kontrapunktischen Lektüre wird herausgestellt, dass in literarischen Texten sowohl Widerständigkeiten gegen hegemoniale Zuschreibungs- und Diskriminierungspraxen als auch Handlungs- und Artikulationsoptionen für marginalisierte Subjekte aufgezeigt werden, die letztlich auch die Wiedereroberung von Selbstdeutungsmacht mit sich bringen können. Dabei werden Unterdrückung und Diskriminierung intersektional wirkend beschrieben. Die postmigrantische Konstruktion von Identität geht so einher mit einer Kritik an vergeschlechtlichten und sexuellen Normierungen und Klassismus und ist als performativer Akt und nicht als essentielle Seinsform zu verstehen.