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„German Dream“ – German Nightmare: Paradoxien der postmigrantischen Gesellschaft in Burhan Qurbanis Berlin Alexanderplatz

  • Rita Morrien

摘要

Burhan Qurbani gelingt mit seiner freien Adaption von Döblins Berlin Alexanderplatz (2020) der Spagat, einerseits eine radikale Aktualisierung der Geschichte des Franz Biberkopf vorzulegen, indem er einen Schwarzen Geflüchteten zum Protagonisten des Films macht, und sich andererseits an der thematischen Essenz des Romans wie auch an der komplexen Montagetechnik Döblins zu orientieren. Über eine die Struktur des gesamten Films prägende Ästhetik des Traums werden nicht nur die traumatischen Prägungen eines auf der Flucht schuldig gewordenen Heimatlosen, sondern auch die Widersprüche einer postmigrantischen Gesellschaft gestaltet, die nach Naika Foroutan dem Anspruch, eine plurale Demokratie zu sein, nicht ohne tiefreichende Ambivalenzen begegnet. Der Film funktioniert als ‚Dream Screen‘, auf dem sich kollektive Ängste vor dem Verlust weißer Privilegien und ein postkoloniales Begehren (Struck und Bay), das gleichermaßen durch Vereinnahmung und aggressive Abwehr des Anderen gekennzeichnet ist, vermengen.